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Studie zu Naturkatastrophenschäden: LBBW empfiehlt bessere Lastenverteilung

Die Schäden durch Naturkatastrophen sind weltweit auf dem Vormarsch, während nur ein Bruchteil finanziell abgesichert ist. Dies zeigt eine aktuelle Studie des LBBW Research, die verschiedene Lösungsansätze untersucht und zu dem Schluss kommt, dass eine bessere Verteilung der Lasten erforderlich ist.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind nicht nur in den Nachrichten, sondern auch in Deutschland spürbar. Wetterextreme und Naturkatastrophen gehören mittlerweile zum Normalzustand, was zu einem Anstieg wetterbedingter Schäden führt. Weltweit summierten sich die ökonomischen Schäden wetterbedingter Katastrophen in manchen Jahren auf über 300 Milliarden US-Dollar, jedoch waren in den vergangenen Jahren in Europa nur ein Viertel der Schäden durch Naturkatastrophen versichert. Insbesondere Deutschland weist hierbei eine große Versicherungslücke auf.

Ein konkretes Beispiel ist die Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021, die gesamtwirtschaftliche Schäden in Höhe von rund 40 Milliarden Euro verursachte, wovon nur ein Viertel versichert war. Diese Versicherungslücke führt zu einem “Samariter-Dilemma”, was für den Zielkonflikt der Politik beim Ad-hoc-Einsatz von Steuergeldern für nicht oder nicht ausreichend versicherte Geschädigte steht.

Die LBBW hat sich in ihrer jüngsten Studie mit dem aktuellen Stand der Diskussionen befasst und untersucht verschiedene Lösungen, die bereits in einigen europäischen Staaten existieren oder als Vorschläge vorliegen. Die Diskussionen reichen von einer EU-weiten Letztsicherung für Naturkatastrophen über nationale Public-private Partnerships bis zu Elementarschaden-Pflichtversicherungen. Besonders die Pflichtversicherung wird dabei kontrovers diskutiert.

Werner Schirmer, Senior Investment Analyst bei der LBBW, betont, dass Pflichtversicherungen außerhalb des Sozialversicherungswesens in Deutschland selten sind. Dennoch wird die Einführung einer Elementarschaden-Pflichtversicherung für Gebäudesitzer diskutiert, um ihren Existenzschutz im Falle eines Schadensfalls zu gewährleisten. Insgesamt empfiehlt das Research der LBBW ein Mischsystem staatlicher und privater Policen, um die Versicherungslücke zu schließen.

Eine mögliche Lösung wäre die geografische Ausweitung des Kompensationsverfahrens auf die ganze Bundesrepublik, um beispielsweise Hausbesitzer in mittel- und Süddeutschland ihren Anteil an möglichen Überschwemmungen in Norddeutschland übernehmen zu lassen, während norddeutsche Immobilienbesitzer beim nach Süden hinzunehmenden Erdbebenrisiko entlastet würden.

Die Studie und die vollständige Pressemitteilung sind auf der Website der LBBW zu finden.



Quelle: Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) / ots

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Martin Schneider

Mit einem beeindruckenden Portfolio, das mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung umfasst, ist unser Redakteur und Journalist ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft. Als langjähriger Bewohner Deutschlands bringt er sowohl lokale als auch nationale Perspektiven in seine Artikel ein. Er hat sich auf Themen wie Politik, Gesellschaft und Kultur spezialisiert und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und gut recherchierten Berichte.

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