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Experten fordern kapitalgedeckte Zusatzversicherung als Ergänzung zur Gesetzlichen Pflegeversicherung

Beim Pflegegipfel 2024 in Berlin haben Expertinnen und Experten aus der Wirtschaft und der Wissenschaft mehr private und betriebliche Vorsorge für die Pflege gefordert. Ihre Empfehlung: Kapitalgedeckte Zusatzversicherungen als ergänzende Säule zur Gesetzlichen Pflegepflichtversicherung. So würden die Soziale Pflegeversicherung (SPV) finanziell entlastet und die hohen Kosten für Pflegebedürftige nachhaltig abgesichert. Die große Mehrheit der Deutschen (80,7 Prozent) glaubt nicht, dass sie durch die Gesetzliche Pflegeversicherung im Bedarfsfall ausreichend finanziell abgesichert sind. Um die hohen Pflege-Eigenanteile bezahlbar abzusichern, plädierte deshalb der Vorsitzende des Experten-Rats “Pflegefinanzen”, Prof. Dr. Jürgen Wasem, für die Einführung einer obligatorischen, kapitalgedeckt finanzierten Zusatzversicherung (“Pflege-Plus”). Sie soll einen automatischen Inflationsausgleich (Dynamisierung) bieten, Kinder beitragsfrei stellen und Rentnerinnen und Rentner zum halben Beitrag versichern. Neben privaten Vorsorgeprodukten gibt es inzwischen auch zahlreiche betriebliche Angebote. Sie treffen bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf großes Interesse: 75 Prozent sehen eine vom Arbeitgeber angebotene betriebliche Pflegeversicherung (bPV) positiv, ergab die Civey-Umfrage.

Die Empfehlungen der Expertinnen und Experten aus der Wirtschaft und der Wissenschaft wurden beim Pflegegipfel kontrovers diskutiert. In einer “Politischen Runde” waren Politikerinnen und Politiker aus den Bundestagsfraktionen der Ampelkoalition sowie der CDU/CSU zu Gast: Christine Aschenberg-Dugnus, Parlamentarische Geschäftsführerin der FDP-Bundestagsfraktion; Heike Baehrens, Gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion; Maria Klein-Schmeink, stellv. Fraktionsvorsitzende der Grünen sowie Tino Sorge, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Die Diskussion zeigt, dass das Thema der Pflegevorsorge nicht nur von Experten, sondern auch von Politikern und der breiten Öffentlichkeit diskutiert und in Betracht gezogen wird. Betriebliche Pflege-Vorsorgelösungen erfreuen sich großem Interesse, und die Forderung nach mehr Eigenverantwortlichkeit in der Pflegevorsorge ist präsent. Die Debatte über die Zukunft der Pflegeversicherung und die damit verbundenen Herausforderungen ist ein wichtiger politischer und gesellschaftlicher Diskurs in Deutschland.

In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Punkte des Pflegegipfels zusammengefasst:

Empfehlungen der Experten Interesse an betrieblicher Pflegeversicherung
Kapitalgedeckte Zusatzversicherungen als ergänzende Säule zur Gesetzlichen Pflegepflichtversicherung 75% der Arbeitnehmer sehen betriebliche Pflegeversicherung positiv
Einführung einer obligatorischen, kapitalgedeckt finanzierten Zusatzversicherung (“Pflege-Plus”) 88% der 18 bis 29-Jährigen halten betriebliche Pflegeversicherung für attraktiv
Betriebliche Pflege-Vorsorgelösungen als tarifpolitische Antwort auf den demographischen Wandel 55% finden eine betriebliche Pflegeversicherung attraktiver als andere Zusatzleistungen

Der Pflegegipfel hat gezeigt, dass das Thema Pflegevorsorge vielschichtig ist und verschiedene Lösungsansätze erfordert. Die Ergebnisse und Diskussionen des Gipfels werden voraussichtlich auch politische Entscheidungen in Bezug auf die Pflegeversicherung beeinflussen. Es bleibt abzuwarten, wie die Politik auf die Empfehlungen der Experten reagieren wird.



Quelle: PKV – Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. / ots

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Martin Schneider

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