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Internationale Ehrung für Dieter Bingen: Brückepreis für deutsch-polnische Verständigung

Die Europastadt Görlitz/Zgorzelec ehrt den langjährigen Leiter des Deutschen Polen-Instituts, Dieter Bingen, mit dem internationalen Brückepreis für sein Engagement im deutsch-polnischen Verständigungsprozess. Diese Auszeichnung ist eine Anerkennung seiner jahrzehntelangen Arbeit als Historiker, Experte und Berater in zahlreichen Gremien. Dabei steht er in einer Reihe von hochkarätigen Preisträgern vergangener Jahre, darunter auch mit den Nobel-Preisträgerinnen Herta Müller und Olga Tokarczuk sowie dem Historiker Timothy Garton Ash.

Bingen hat sich in den rund 20 Jahren, in denen er das Deutsche Polen-Institut in Darmstadt leitete, als Brückenbauer zwischen Deutschen und Polen einen Ruf erarbeitet. Er konnte mit seiner Arbeit das Wissen über Polen in Deutschland auf vielen Wegen befördern, wie beispielsweise durch die Veröffentlichung und Übersetzung polnischer Bücher oder die Organisation von Gesprächsrunden und Foren, in denen Polen und Deutsche über aktuelle Themen diskutieren.

Darüber hinaus hat sich Bingen für die Verständigung auf kommunaler und zivilgesellschaftlicher Ebene eingesetzt, um die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu stärken. Doch trotz der großen Nähe zwischen Polen und Deutschland auf dieser Ebene sind die zwischenstaatlichen Beziehungen kühl bis eisig, wie Bingen betont. Er macht für diese unfreundliche Haltung gegenüber Deutschland die polnische PiS-Regierung verantwortlich, betont zugleich aber auch, dass Deutschland noch immer Verantwortung für die Vergangenheit tragen muss.

Bingen fordert unter anderem finanzielle Hilfen für die Überlebenden der deutschen Besatzung und den Wiederaufbau von Kulturbauten in Polen. Deutschland müsse zeigen, dass es noch immer etwas gut zu machen hat. Denn symbolische Gesten der Empathie seien in der Vergangenheit oft zu kurz gekommen, so Bingen.

Des Weiteren setzt sich Bingen seit langem für die Errichtung eines “Polen-Denkmals” in Berlin ein. Auch wenn es in Deutschland immer noch Debatten darüber gibt, ob und wie ein solches Denkmal errichtet werden soll, ist es laut Bingen längst an der Zeit, an die Verbrechen an der polnischen Zivilbevölkerung zu erinnern.

Trotz der aktuellen Herausforderungen ist Bingen optimistisch, dass die deutsch-polnische Nachbarschaft wieder besser werden kann. Er blickt hoffnungsvoll auf die Zusammenarbeit der beiden Zivilgesellschaften, Partnerschaften auf kommunaler Ebene und die zwischenmenschlichen Kontakte.



Quelle: www.mdr.de

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Martin Schneider

Mit einem beeindruckenden Portfolio, das mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung umfasst, ist unser Redakteur und Journalist ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft. Als langjähriger Bewohner Deutschlands bringt er sowohl lokale als auch nationale Perspektiven in seine Artikel ein. Er hat sich auf Themen wie Politik, Gesellschaft und Kultur spezialisiert und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und gut recherchierten Berichte.

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