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Leerstand in Sachsen-Anhalt: Wohnungswirtschaft fordert staatliche Unterstützung

Die jüngsten Analysen haben gezeigt, dass die Anzahl der nicht bewohnten Wohnungen in Sachsen-Anhalt in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Laut Berichten stieg die Leerstandsquote im Jahr 2022 auf 14,8 Prozent, im Vergleich zu 12,9 Prozent im Jahr 2018. Besonders betroffen von Wohnungsleerständen sind Dessau-Roßlau (20,4 Prozent), Mansfeld-Südharz (15,3 Prozent) und Jerichower Land (15 Prozent). Diese Entwicklungen haben zu Forderungen nach mehr staatlicher Unterstützung von Verbänden der Wohnungswirtschaft geführt.

Daniel Jircik, ein Referent vom Verband der Wohnungswirtschaft (VDW), betonte, dass es an ausreichenden Förderprogrammen fehlt, um Wohnungsunternehmen bei Aufgaben wie Modernisierung und Rückbau zu unterstützen. Insbesondere kritisierte er den Antrags- und Zusagestopp der staatlichen Förderbank KfW für bestimmte Programme im Bereich Wohnen und Bauen. Weiterhin verdeutlichte er, dass die für Rückbauförderung bereitgestellten Mittel rückläufig sind. Der Direktor des Verbands der Wohnungsgenossenschaften (VDWG), Matthias Kuplich, wies darauf hin, dass Sachsen-Anhalt die höchste Leerstandsquote bundesweit hat und dass die Bevölkerungszahlen kontinuierlich sinken.

Die genannten Probleme haben weitreichende Auswirkungen, insbesondere auf ländliche Gebiete in Ostdeutschland. Zwar gab es 2022 einige Effekte durch Zuwanderung, doch diese reichten im Jahr 2023 bereits nicht mehr aus, um die hohen Sterberaten zu kompensieren. Daraus resultieren Einnahmeausfälle für Wohnungsunternehmen. Hinzu kommen gestiegene Baukosten und Zinsen, die die Kosten für Neubauten und Investitionen in Bestandswohnungen erhöhen.

Das Infrastrukturministerium von Sachsen-Anhalt betont jedoch, dass es jährlich rund 90 Millionen Euro für Aufwertungsprojekte im Rahmen der Städtebauförderung von Bund und Land gibt. Außerdem ist ein neues Aufzugsprogramm geplant und die Ministerin Lydia Hüskens möchte die Abriss-Förderung erhalten. Der Fokus liegt jedoch auf der Modernisierung vorhandenen Wohnraums, um Menschen lebenswerte Quartiere anzubieten.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Leerstandsquoten in verschiedenen Regionen von Sachsen-Anhalt:

Region Leerstandsquote
Dessau-Roßlau 20,4%
Mansfeld-Südharz 15,3%
Jerichower Land 15%

Es ist unbestreitbar, dass die Wohnungsleerstände in Sachsen-Anhalt ein drängendes Problem darstellen und Lösungen erfordern, die sowohl staatliche Unterstützung als auch Initiativen der Wohnungswirtschaft umfassen. Angesichts der historischen Entwicklung und der aktuellen wirtschaftlichen Faktoren ist es von wesentlicher Bedeutung, dass umfassende Maßnahmen ergriffen werden, um die Wohnraumsituation in Sachsen-Anhalt zu verbessern.



Quelle: Mitteldeutsche Zeitung / ots

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Martin Schneider

Mit einem beeindruckenden Portfolio, das mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung umfasst, ist unser Redakteur und Journalist ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft. Als langjähriger Bewohner Deutschlands bringt er sowohl lokale als auch nationale Perspektiven in seine Artikel ein. Er hat sich auf Themen wie Politik, Gesellschaft und Kultur spezialisiert und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und gut recherchierten Berichte.

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