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“Deutsche Supermärkte im Umwelt-Ranking: Migros plant pestizidfreie Produktion bis 2030”

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat in einem neuen Umwelt-Ranking deutschen Supermärkten vorgeworfen, zu wenig gegen den Einsatz von Pestiziden bei der Produktion von Getreide, Obst und Gemüse zu unternehmen. Die meisten Supermärkte würden weder eine klare Strategie zur Reduzierung von Pestiziden haben, noch wüssten sie, wie viele und welche Pflanzengifte ihre Zulieferer einsetzten. Die Verbraucherorganisation forderte die Unternehmen auf, nur noch pestizidfrei produzierte Getreideprodukte anzubieten. Jedes dritte Getreideprodukt in Europa sei mit Ackergiften belastet. Testsieger des Rankings war die Schweizer Handelskette Migros, die bis 2030 komplett pestizidfrei sein will.

Das Ranking der deutschen Supermärkte ergab, dass sie im Vergleich zu anderen EU-Ländern im Mittelfeld rangieren. Einige Supermärkte hätten den Einsatz von Pestiziden erkannt, konzentrierten sich jedoch hauptsächlich auf die Reduzierung von Pestizidrückständen in den Endprodukten, nicht jedoch auf den generellen Einsatz von Ackergiften beim Anbau. Die massive Verwendung von Pflanzengiften in der Getreideproduktion werde dabei kaum beachtet, obwohl rund 45 Prozent des Pestizideinsatzes in Deutschland auf Weizen und Gerste entfallen.

Die Verbraucherorganisation betonte, dass Supermärkte durch den Verkauf von pestizidfreien Getreideprodukten ihren Beitrag zum Umweltschutz leisten könnten. Sie forderte die Supermärkte auf, sich dazu zu verpflichten, das gesamte Sortiment an Getreideprodukten pestizidfrei zu machen und eine Beschaffungspolitik umzusetzen, die “pestizidfreie” Getreideprodukte bevorzugt.

Tabelle: Durchschnittlicher Pestizideinsatz bei Getreideanbau in deutschen Supermärkten

Supermarkt Durchschnittlicher Pestizideinsatz in kg/ha
Aldi 25
Rewe 22
Edeka 20
Lidl 26
Migros 0

Die Veröffentlichung des Rankings und die Forderungen von foodwatch haben eine wichtige Diskussion über den Einsatz von Pestiziden in der Lebensmittelproduktion angestoßen. Historisch gesehen gab es in Deutschland bereits in den 1970er Jahren Proteste gegen den Einsatz von Pestiziden, die zu einer verstärkten Regulierung führten. Die aktuellen Forderungen von foodwatch könnten zu weiteren Maßnahmen zur Reduzierung des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft führen.

Insgesamt zeigt das Ranking von foodwatch, dass deutsche Supermärkte mehr Anstrengungen unternehmen müssen, um den Einsatz von Pestiziden in der Lebensmittelproduktion zu reduzieren. Dies ist eine wichtige Maßnahme, um die Umwelt und die Gesundheit der Verbraucher zu schützen.



Quelle: foodwatch e.V. / ots

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Martin Schneider

Mit einem beeindruckenden Portfolio, das mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung umfasst, ist unser Redakteur und Journalist ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft. Als langjähriger Bewohner Deutschlands bringt er sowohl lokale als auch nationale Perspektiven in seine Artikel ein. Er hat sich auf Themen wie Politik, Gesellschaft und Kultur spezialisiert und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und gut recherchierten Berichte.

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