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Exklusives Interview mit ehemaligem Chef-Techniker des ukrainischen Atomkraftwerks: Schwere Vorwürfe gegen Rosatom

Der ehemalige Chef-Techniker des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja, Oleg Dudar, erhebt schwere Vorwürfe gegen den russischen Staatskonzern Rosatom. Nachdem das Kraftwerk von der russischen Armee übernommen wurde, sollen ukrainische Mitarbeiter zur Zusammenarbeit gezwungen worden sein, und das Kraftwerks-Gelände wurde vermint. Dies führt zu einer alarmierenden Sicherheitslage im Kraftwerk, da das qualifizierte Personal knapp ist. Laut Dudar verfügen die neu eingestellten Mitarbeiter von Rosatom nicht über das notwendige Knowhow, um die Reaktorblöcke sicher zu betreiben, was das Risiko eines atomaren Unfalls erhöht.

Nach der Übernahme des Kraftwerks durch die russische Armee sind viele ukrainische Mitarbeiter geflohen, und das Kommando wurde vom russischen Militär und Rosatom übernommen. Nur etwa 10 Prozent der ursprünglichen Belegschaft sind geblieben. Vor der Invasion arbeiteten etwa 11.000 Menschen in dem Kraftwerk, jedoch sind aktuell nur noch 4.500 Personen dort beschäftigt.

Die Vorwürfe von Oleg Dudar gegen Rosatom beinhalten auch die brutale Folter, der Mitarbeiter ausgesetzt waren, um Verträge mit dem russischen Staatskonzern zu unterzeichnen. Des Weiteren behauptet Dudar, dass das Kraftwerksgelände vermint wurde, was von Rosatom bestätigt wurde.

Die Situation wirft auch Fragen über die Uran-Transporte aus Russland auf, die bisher nicht durch die EU sanktioniert sind. Russisches Uran wird an die Brennelementefabrik in Lingen geliefert, und es sind weitere Transporte geplant. Die Fabrik in Lingen ist im Besitz des französischen Atomkonzerns “Framatome”, der eng mit Rosatom kooperiert.

Es gibt Forderungen nach Sanktionen gegen Rosatom und deren Uran-Transporte, jedoch blockiert Ungarn diese, da das Land derzeit ein Kernkraftwerk mit finanzieller Unterstützung durch Russland baut.

Die behaupteten sicherheitsbezogenen Verstöße von Rosatom und die fragwürdigen Uran-Transporte werfen ein Licht auf die alarmierende Sicherheitslage im ukrainischen Kernkraftwerk Saporischschja.

Tabelle:

Vor der Besetzung Aktuell
11.000 Mitarbeiter 4.500 Mitarbeiter
70 Uran-Transporte geplant
10% der ursprünglichen Belegschaft geblieben

Die Fakten zeigen, dass die Übernahme des Kraftwerks und die darauffolgenden Ereignisse erhebliche Auswirkungen auf die Sicherheit und den Betrieb des Kernkraftwerks haben. Es ist wichtig, dass die internationalen Gemeinschaft angemessen auf die Vorwürfe und die Sicherheitslage reagiert, um mögliche Risiken zu minimieren.



Quelle: SWR – Das Erste / ots

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Martin Schneider

Mit einem beeindruckenden Portfolio, das mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung umfasst, ist unser Redakteur und Journalist ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft. Als langjähriger Bewohner Deutschlands bringt er sowohl lokale als auch nationale Perspektiven in seine Artikel ein. Er hat sich auf Themen wie Politik, Gesellschaft und Kultur spezialisiert und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und gut recherchierten Berichte.

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