Raus auf die Straße! Deine Präsenz macht den Unterschied! Wir stehen hinter Euch!

FamilieFlüchtlingeGesundheitHilfsorganisationKinderKriminalität und JustizSozialesVenezuelaWirtschaft

Minderjährige venezolanische Flüchtlinge in Kolumbien: SOS-Kinderdörfer verstärken Hilfsleistungen 2023

Die Flüchtlingskrise von Menschen aus Venezuela hat sich nach Angaben der SOS-Kinderdörfer weiter zugespitzt: Bis November 2023 haben bereits über 7,7 Millionen Venezolaner ihr Land verlassen – vielfach unbeachtet von der Weltöffentlichkeit. “Dies ist nicht nur die größte Flüchtlingskrise in der jüngeren Vergangenheit Amerikas. Sie ist leider auch eine der am stärksten unterfinanzierten Flüchtlingskrisen der heutigen Zeit”, sagt Boris Breyer, Pressesprecher der Hilfsorganisation. Fluchtursache ist der Zusammenbruch der Wirtschaft und Anstieg der Kriminalität in Folge der Machtübernahme durch Präsident Maduro 2013.

Fast 40 Prozent der Geflüchteten haben im Nachbarland Kolumbien Zuflucht gesucht. Obwohl der kolumbianische Staat Geflüchteten weitgehende Rechte einräumt, lebt nach Angaben der Hilfsorganisation ein Großteil unter prekären Verhältnissen. “Über die Hälfte von ihnen muss mit zwei oder weniger Mahlzeiten täglich auskommen, über 90 Prozent haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und nicht einmal jedes zweite Kind geht zur Schule”, sagt Breyer.

Besonders dramatisch sei die Situation für Kinder und Familien, die auf der Durchreise sind. Es fehlt ihnen an der Grundversorgung, insbesondere Kinder seien hohen Sicherheitsrisiken ausgesetzt. Viele Menschen, Kinder und Familien und sogar unbegleitete Minderjährige versuchen, durch den Dschungel nach Panama zu kommen. Das Gebiet ist ein Zentrum der Banden und des Drogenhandels, und die Gefahren sind immens: Es ist unglaublich strapaziös, den Dschungel zu durchqueren, erst recht in unterernährtem Zustand. Dazu kommt die Bedrohung durch Banden, die Kinder zu rekrutieren oder sexuell auszubeuten versuchen.

Die SOS-Kinderdörfer in Kolumbien unterstützen geflüchtete Kinder und Familien aus Venezuela seit vielen Jahren. Angesichts der großen Not bauen sie ihre Hilfsleistungen weiter aus: In besonders gefährlichen Regionen wie dem “Darién-Gap” sollen insgesamt vier Kinderschutzzonen errichtet werden sowie Zentren der Kinderbetreuung, Bildungsangebote und psychologischer Hilfe. Zudem will die Hilfsorganisation sowohl geflüchtete als auch heimische Familien stärken, um sie vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren und die Integration zu fördern.

Laut einer Tabelle, die die Anzahl der venezolanischen Flüchtlinge in verschiedenen Ländern auflistet, sind die meisten Flüchtlinge in Kolumbien angekommen, gefolgt von Peru und Chile. Die große Anzahl von Flüchtlingen hat erhebliche Auswirkungen auf das Gesundheitswesen, die Bildungssysteme und die Wirtschaft vieler Länder in der Region.

Es ist wichtig, auf die tiefgreifenden Auswirkungen der venezolanischen Flüchtlingskrise auf die umliegenden Länder aufmerksam zu machen, um die internationale Gemeinschaft für eine verstärkte Unterstützung und Solidarität zu mobilisieren. Historische Fakten zeigen, dass die internationale Zusammenarbeit und Hilfe bei der Bewältigung ähnlicher Krisen in der Vergangenheit entscheidend waren, um das Leid von Millionen von Menschen zu lindern und die Stabilität in der Region zu gewährleisten.



Quelle: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. / ots

Mehr anzeigen

Martin Schneider

Mit einem beeindruckenden Portfolio, das mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung umfasst, ist unser Redakteur und Journalist ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft. Als langjähriger Bewohner Deutschlands bringt er sowohl lokale als auch nationale Perspektiven in seine Artikel ein. Er hat sich auf Themen wie Politik, Gesellschaft und Kultur spezialisiert und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und gut recherchierten Berichte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"