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Verhütung für den Mann: Bereitschaft zur hormonfreien Methode in Deutschland hoch

Die Gleichberechtigung in der Partnerschaft soll nicht bei Geld, Kinderbetreuung und Hausarbeit aufhören. Eine Mehrheit wünscht sich Verantwortung auf Augenhöhe, auch beim Thema Familienplanung. Über kurz oder lang befürworten sieben von zehn Menschen in Deutschland “eher” oder “auf jeden Fall” ein Medikament als Verhütungsmittel für den Mann, so das Ergebnis einer Online- Umfrage von Yougov. Wenn auch unter den Männern (63 Prozent) die Zustimmung geringer als bei den Frauen (76 Prozent) ausfällt: ein deutliches Zeichen. “Die Welt ist bereit für ein männliches Verhütungsmittel”, meint auch Chemikerin Gunda Georg, die in den USA an einem solchen Mittel mitforscht.

Eine breite Offenheit scheint vorhanden – zumindest mal in Umfragen. Wie bereitwillig Männer tatsächlich Verhütungspillchen schlucken, Spritzen hinnehmen oder Hormongels auftragen, wenn es zugelassene Mittel gibt, bleibt abzuwarten – nur 37 Prozent würden laut Yougov-Umfrage einer Einnahme “sicher” zustimmen. Zu begrüßen ist der Trend dennoch.

Nun aber ist die Forschung gefragt, Pharmakonzerne müssen liefern. Denn bei zuverlässiger und praxisnaher Verhütung für den Mann ist bei aller Bereitschaft noch Luft nach oben: Kondome stehen hierzulande zwar an der Spitze der Beliebtheit, noch vor der Pille für die Frau. Doch viele Männer rümpfen beim Gedanken an “Gummis” die Nase, weil beim Liebesspiel ihrem Empfinden nach Sensibilität auf der Strecke bleibe – und die Bedienung schon mal für unfreiwillige Komik beim romantischen Akt sorgen kann. Bliebe noch die Vasektomie, ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Samenleiter durchtrennt wird. Der Gedanke an eine OP, sei sie noch so sicher und wohlüberlegt, sorgt bei Männern auch nicht für Begeisterung.

An Medikamenten zur Männerverhütung wird zwar seit Jahren geforscht. Doch der durchschlagende Erfolg lässt bislang auf sich warten. Die Studie zur Hormonspritze im Auftrag der WHO in den 2010er-Jahren? Abgebrochen, weil trotz guter Wirksamkeit letztlich zu viele Männer über starke Nebenwirkungen klagten. Bei 10 bis 15 Prozent kam es zu Stimmungsschwankungen bis hin zu Depression, dazu Gewichtszunahme und Akne. Zudem war die Libido betroffen.

Ja, Frauen können davon selbst ein Klagelied singen. Hormonmittel wie die Pille führen mitunter dazu. Aber sollte nicht das Ziel sein, bei künftigen Verhütungsmedikamenten – für Mann und Frau – weiter zu sein und üble Nebenwirkungen auszuschalten? Das Ziel muss lauten: hormonfrei und Spaß dabei.

Wie gleichberechtigte Verhütung hormonfrei gelingen kann, zeigt aktuell ein US-Forscherteam um Gunda Georg. Ihre Studie setzt auf eine neue Substanz mit dem wenig romantischen Namen “YCT529”. Mit diesem Retinsäure-Rezeptor-Alpha-Hemmer, heißt es, werde der Zugang zum Vitamin A blockiert, mit dem Ziel, die Spermienbildung in den Hoden zu hemmen. Die gute Nachricht: Die Wissenschaftler verkünden 99 Prozent Wirksamkeit, keine Nebenwirkungen und erneute Zeugungsfähigkeit vier bis sechs Wochen nach dem Absetzen.

Die schlechte: Getestet wurde die Verhütungspille an Mäusen. Bis Sommer läuft aber eine klinische Phase-I-Studie mit 18 Teilnehmern in den USA und Großbritannien. Bis dahin heißt es, angelehnt an einen berühmten George-Clooney-Film: Männer, die auf Mäuse starren.

In Deutschland ist die Diskussion um Verhütungsmittel für Männer ebenfalls von Interesse. Laut Yougov-Umfrage wünschen sich sieben von zehn Menschen in Deutschland ein solches Medikament. Die Diskussion über die Rolle des Mannes in der Verhütung und Möglichkeiten zur Gleichberechtigung in diesem Bereich sind wichtige gesellschaftliche Themen.

Eine mögliche Einführung eines männlichen Verhütungsmittels könnte die Verantwortung für die Familienplanung auf beide Partner verteilen und eine gleichberechtigte Entscheidungsfindung ermöglichen.

Eine Historische Tabelle oder Tabelle mit aktueller Forschung könnte die verschiedenen Verhütungsmethoden für Männer und ihre Wirksamkeit vergleichen. Dabei könnten auch potenzielle neue Mittel wie die “YCT529” Substanz im Vergleich zu traditionelleren Methoden wie Kondomen oder der Vasektomie betrachtet werden.



Quelle: BERLINER MORGENPOST / ots

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Martin Schneider

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