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Trilog-Verhandlungen zur EU-Luftqualitätsrichtlinie: Industrielobby bedroht Gesundheit von 330.000 Menschen

Die Trilog-Verhandlungen zur Europäischen Luftqualitätsrichtlinie stehen vor ihrer finalen Phase, doch Bundeskanzler Scholz und die FDP fordern eine Verzögerung der verpflichtenden Grenzwerteinhaltung für Luftschadstoffe um weitere 10 Jahre, insbesondere in wirtschaftsschwächeren Regionen. Eine Studie renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ergab, dass dies zusätzlich mindestens 330.000 Menschen in den ärmsten Regionen Europas vorzeitig das Leben kosten könnte. Die Ampelkoalition hat angekündigt, sich bei der Abstimmung im Rat der EU zu enthalten. Die EU-Kommission hatte bereits im Oktober 2022 einen Entwurf vorgelegt, der strengere Luftqualitäts-Grenzwerte ab 2030 vorsieht. Am 13. September 2023 hatte sich das EU-Parlament für eine strengere Luftreinhalterichtlinie ausgesprochen und für eine weitere Verschärfung der Grenzwerte ab 2035 gestimmt. Der Europäische Rat hingegen versucht, das Gesetzesvorhaben in jeder Hinsicht zu verwässern.

Es ist besorgniserregend, dass die Verzögerung der verpflichtenden Grenzwerteinhaltung für Luftschadstoffe über 10 Jahre nicht nur das Wohlergehen der Bürger gefährdet, sondern auch für zusätzliche vorzeitige Todesfälle durch Luftverschmutzung verantwortlich sein könnte. Insbesondere Menschen mit niedrigem Einkommen leben oft an den Orten mit der dreckigsten Luft, und genau dort soll die gesundheitsschädliche Luftverschmutzung weiter toleriert werden.

Es ist wichtig, die historischen Fakten und wissenschaftlichen Empfehlungen zu berücksichtigen, um die Bedeutung strengerer Luftreinhaltevorschriften zu verstehen. Ein Blick auf die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Folgen der unzureichenden Luftqualität für die Gesundheit der Bevölkerung ist unerlässlich.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigen Informationen zu den Trilog-Verhandlungen und den geplanten Verschärfungen der Luftreinhalterichtlinie zusammen:

Datum Ereignis
Oktober 2022 Die EU-Kommission legt einen Entwurf vor, der strengere Luftqualitäts-Grenzwerte ab 2030 vorsieht.
13. September 2023 Das EU-Parlament spricht sich für eine strengere Luftreinhalterichtlinie aus und stimmt für eine weitere Verschärfung der Grenzwerte ab 2035.

Es ist zu hoffen, dass verantwortungsbewusste Entscheidungen getroffen werden, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bürger in ganz Europa zu schützen. Die Bundesumweltministerin und die beteiligten Parteien sollten sich klar für das Recht auf gesunde Luft und das Wohlergehen aller Menschen in Europa positionieren.



Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. / ots

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Martin Schneider

Mit einem beeindruckenden Portfolio, das mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung umfasst, ist unser Redakteur und Journalist ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft. Als langjähriger Bewohner Deutschlands bringt er sowohl lokale als auch nationale Perspektiven in seine Artikel ein. Er hat sich auf Themen wie Politik, Gesellschaft und Kultur spezialisiert und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und gut recherchierten Berichte.

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