Am Sonntag, den 5. Januar 2025, findet um 16 Uhr in der Martin-Luther-Kirche eine Aufführung der Kantaten IV bis VI aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium statt. Das Weihnachtsoratorium, auch bekannt als „Oratorium zur Heiligen Weihnacht“, zählt zu den bedeutendsten Musikstücken der Weihnachtszeit. Es besteht aus sechs Kantaten, die jeweils etwa 30 Minuten dauern und einem christlichen Festtag zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar gewidmet sind. Der Text basiert auf den Evangelien von Lukas und Matthäus, während die Musik eine breite Palette an Formen und Stimmungen umfasst.
Die aufgeführten Kantaten sind für Neujahr, den ersten Sonntag nach Neujahr sowie das Epiphaniasfest (Dreikönigstag) komponiert. Bei der Aufführung wirken folgende Solisten mit: Friederike Urban (Sopran), Julia Böhme (Alt), Jonas Finger (Tenor) und Clemens Heidrich (Bass). Der Dresdner Bachchor und die Sinfonietta Dresden werden das Werk unter der Leitung von Elke Voigt präsentieren.
Eintrittspreise und Vorverkauf
Die Eintrittspreise liegen bei 26 Euro (Vollpreis) und 22 Euro im Vorverkauf. Ermäßigte Tickets kosten 16 Euro beziehungsweise 14 Euro im Vorverkauf, während Jugendliche bis 18 Jahre freien Eintritt erhalten, wenn die Karten über die Verwaltung des Kirchspiels erworben werden. Der Kartenvorverkauf erfolgt im Martin-Luther-Platz 5 während der Öffnungszeiten und online unter www.reservix.de.
Die Aufführung des Weihnachtsoratoriums hat eine lange Tradition. Albert Schweitzer war vor etwa 100 Jahren skeptisch, dass Bachs Weihnachtsoratorium im Repertoire von Chören und Orchestern populär werden würde. Heute ist es jedoch das beliebteste Sakralwerk von Johann Sebastian Bach. Die Musik ist hochtheatralisch und beginnt mit dem eindringlichen Eingangschor „Jauchzet, frohlocket“. Ursprünglich wurde dieser für den Geburtstag der Kurfürstin Maria Josepha von Sachsen komponiert.
Das Weihnachtsoratorium hat eine enge Verbindung zu Dresden und erzählt in seinen sechs Kantaten die Geschichte der Geburt Jesu. Bach schrieb die Kantaten für Gottesdienste in den Leipziger Hauptkirchen St. Thomas und St. Nikolai und teilte die Weihnachtsgeschichte auf die drei Weihnachtsfeiertage, Neujahr, den Sonntag nach Neujahr und das Epiphaniasfest auf. In der Vergangenheit geriet das Weihnachtsoratorium im 19. Jahrhundert in Vergessenheit, während andere Werke Bachs, wie die Passionen und die h-Moll-Messe, bevorzugt aufgeführt wurden.
Die erste verbürgte Aufführung aller sechs Kantaten fand am 17. Dezember 1857 durch Eduard Grell statt. Eine Wiederentdeckung des Werkes begann mit der Jugendbewegung im 20. Jahrhundert. Insbesondere in den 1920er Jahren wurde das Weihnachtsoratorium in Großstädten des Deutschen Reiches, besonders in Kirchgemeinden, häufig aufgeführt. Leipzig hat heute die meisten Aufführungen des Weihnachtsoratoriums in Deutschland, wobei der Dresdner Kreuzchor seit 1967 die ersten drei Kantaten im Advent und die letzten drei im Januar aufführt.