Die Gemeindevertretung in Münster hat am Montagabend eine umstrittene Entscheidung getroffen: Sie stimmte dem Bau von Lärmschutzwänden entlang der Bahnstrecke Darmstadt-Aschaffenburg zu. Diese Maßnahme ist Teil eines umfangreichen Lärmsanierungsprogramms, das die Deutsche Bahn in der Region plant. Die Abstimmung im Rathaus ergab 21 Stimmen für das Vorhaben aus den Reihen von SPD, FDP und ALMA-Die Grünen, während 12 Stimmen der CDU dagegen waren. Diese klare Mehrheit setzt ein Zeichen in einer Debatte, die in den vergangenen Monaten immer weiter aufgeheizt wurde.
Die Lärmschutzwände, die 2027 auf einer Länge von mehr als einem Kilometer zwischen Münster und Altheim gebaut werden sollen, werden eine Höhe von 2,50 Metern erreichen. Laut den Plänen sind 1020 Meter auf der Nordseite und 1142 Meter auf der Südseite der Bahnstrecke vorgesehen. Das Projekt wurde von der Deutschen Bahn bereits im Oktober in einer Bürgerversammlung vorgestellt, wo die Anwohner zu Wort kommen konnten. Allerdings gab es in der Community unterschiedliche Meinungen zu dem Thema, was sich auch in vorangegangenen Unterschriftensammlungen widerspiegelt, die eine deutliche Ablehnung der Lärmschutzwände auf Münsterer Seite zeigten.
Streit um die Lärmschutzwände
Kritiker des Vorhabens, insbesondere aus der CDU, argumentieren, dass der Lärm von der parallel verlaufenden B26 ein größeres Anliegen darstelle. Diese Stimmen forderten daher alternative Maßnahmen zur Reduzierung des Verkehrslärms, anstatt sich mit dem Bahnlärm zu beschäftigen. Ein Änderungsantrag der CDU, der sich explizit gegen den Bau der Wände richtete, fand jedoch keine Mehrheit. Dies zeigt, wie gespalten die Ansichten in der Gemeinde sind.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Müller, der in Altheim lebt, berichtet von mehr Zuspruch für die Lärmschutzmaßnahme in seinem Wohnumfeld. Er sieht die Wände als notwendige Maßnahme zum Schutz der Anwohner vor dem Bahnlärm. Es bleibt abzuwarten, wie die rechtlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die sich aus den unterschiedlichen Meinungen ergeben, in den nächsten Monaten und Jahren gelöst werden können.
Babenhausen und andere Gemeindeprojekte
In der Nachbarstadt Babenhausen wurde hingegen bereits im September ein Beschluss gefasst: Die Stadtverordnetenversammlung stimmte einstimmig für die Teilnahme am Lärmsanierungsprogramm der Deutschen Bahn. Hier sind verschiedene Höhen der Lärmschutzwände geplant, die sich zwischen drei Metern in der Kernstadt und zwei Metern in Sickenhofen sowie erneut drei Metern in Hergershausen unterscheiden. Damit verfolgt die Gemeinde ebenfalls das Ziel, die Lebensqualität ihrer Bürger durch gezielte Lärmschutzmaßnahmen zu verbessern.
Die Bauarbeiten in Münster sollen übernächstes Jahr beginnen. Der anhaltende Diskurs über die Notwendigkeit und Effektivität der Lärmschutzwände wird die Anwohner vermutlich in den kommenden Monaten weiterhin beschäftigen. Während die positiven Aspekte einer Reduzierung des Bahnlärms diskutiert werden, bleibt die Frage, wie man auch den Straßenverkehrslärm effektiv angehen kann, ohne die Interessen der betroffenen Anwohner zu vernachlässigen.
Die Debatte um die Lärmschutzwände zeigt, wie komplex das Thema Lärmschutz in der Region ist und dass unterschiedliche Perspektiven und Anliegen berücksichtigt werden müssen, um zu einer fairen Lösung zu kommen. op-online.de berichtet, dass die Entscheidung durchaus auch langfristige Auswirkungen auf die Gemeinden im Umland haben könnte.