Die Gemeinde Hirzenhain im Wetteraukreis plant den Bau einer neuen Mobilitätsstation, die sich zwischen dem Edeka-Markt und dem Rathaus befinden soll. Dies geht aus einem Bericht der FNP hervor. Die Entscheidung wurde von der Gemeindevertretung in einer Sitzung getroffen und ist Teil eines interkommunalen Netzwerks des Projekts „Raum für neue Mobilität“. Dieses soll dazu dienen, alternative Mobilitätslösungen zu schaffen und den motorisierten Individualverkehr zu entlasten.
Der Wetteraukreis hat sich zum Ziel gesetzt, als erster Landkreis in Deutschland ein flächendeckendes Netz von Mobilitätsstationen zu etablieren. Dabei arbeitet er in Kooperation mit dem Regionalverband Frankfurt RheinMain und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund, um die Mobilität vor allem im ländlichen Raum zu verbessern. In diesem Kontext betont Bürgermeister Timo Tichai die Notwendigkeit eines einheitlichen Systems für Zugang, Nutzung und Erscheinungsbild dieser Stationen.
Geplante Ausstattung und Förderungen
Die geplante Mobilitätsstation in Hirzenhain wird über eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr verfügen und verschiedene Angebote bereitstellen. Dazu zählen:
- Fünf Fahrradanlehnbügel für die Abstellmöglichkeiten von Fahrrädern.
- Eine Fahrradreparaturstation, die mit Werkzeugen und Fahrradschlauchautomaten ausgestattet ist.
- Zwei E-Carsharing-Parkplätze, versehen mit Ladestationen.
- Eine Informationsstele mit Hinweisen zu den angebotenen Diensten.
Die geschätzten Kosten für die Ausbauvariante liegen bei rund 43.000 Euro. Der Wetteraukreis wird Zuschüsse von bis zu 15.000 Euro pro Standort bereitstellen, während etwa 46.000 Euro durch das Mobilitätsfördergesetz des Landes Hessen gefördert werden sollen. Damit ist der Eigenanteil der Gemeinde auf etwa 13.000 Euro kalkuliert.
Hintergrund und weitere Pläne
Das Projekt „Raum für neue Mobilität“ hat nicht nur das Ziel, Mobilitätsstationen in Hirzenhain zu entwickeln. Insgesamt soll bis 2035 ein ansteigendes Fahrgastaufkommen von 30 % erreicht werden, um eine Mobilitätswende zu ermöglichen. Diese Maßnahme wird als Pilotprojekt im Wetteraukreis vorangetrieben, wo ländliche Regionen oft unterversorgt sind und innovative Mobilitätslösungen dringend benötigt werden. Dafür hat sich eine Vielzahl an Partnern zusammengeschlossen, einschließlich der Hochschule RheinMain.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt in diesem Rahmen ebenfalls die Maßnahme „LandStation“, die darauf abzielt, Mobilitätsstationen und Mehrfunktionshäuser in ländlichen Regionen zu verknüpfen. Diese sogenannten Mobility-Hubs bündeln Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs, Sharing-Systeme und Radverkehr und sollen die Verknüpfung der unterschiedlichen Verkehrsangebote erleichtern. Den sozialen Aspekt der Projekte, die zudem den Lebensstandard in ländlichen Gebieten erhöhen sollen, betont das BMEL in seinen Empfehlungen.
Durch diese Initiativen wird klar, dass die Mobilitätsstationen nicht nur dazu dienen, den Individuen den Zugang zu Verkehrsträgern zu erleichtern, sondern auch sozialräumliche Strukturen stärken und eine zukunftsfähige Mobilität in der Region fördern sollen. Dies könnte ein Modell für andere ländliche Regionen in Deutschland darstellen, die ähnliche Herausforderungen gemeistert werden müssen.