Winfried Schäfer, 75 Jahre alt, hat in seiner neuen Biografie „Wildpark, Scheichs und Voodoozauber“ prägende Erlebnisse aus seiner Fußballkarriere festgehalten. Der ehemalige Profi erinnert sich besonders an seine Zeit bei Borussia Mönchengladbach und an ein bemerkenswertes Verbot des legendären Trainers Hennes Weisweiler. Laut T-Online erteilte Weisweiler vor einem Freundschaftsspiel in Bielefeld den Spielern ein Verbot für sexuelle Aktivitäten ab Mittwoch, um die Konzentration vor Liga-Spielen zu erhöhen.
Weisweiler, der von 1964 bis 1975 die Zügel bei Borussia Mönchengladbach in der Hand hielt, prägte Schäfers Karriere maßgeblich. Schäfer selbst spielte von 1968 bis 1970 und anschließend von 1977 bis 1985 für Gladbach. Er konnte in dieser Zeit große Erfolge feiern, darunter die Meisterschaft 1970 und den UEFA-Cup-Sieg 1979. Neben seiner Zeit bei Gladbach spielte Schäfer auch für die Offenbacher Kickers und den Karlsruher SC. Seine gesamte Bilanz in der Bundesliga umfasst 404 Spiele.
Von der Spielerkarriere zur Trainerlaufbahn
Schäfers Trainerkarriere ist ebenso bemerkenswert. Er führte im Jahr 1993 das „Wunder vom Wildpark“ herbei und konnte 2002 mit Kamerun den Afrika-Cup gewinnen. Während seiner internationalen Trainerstationen arbeitete er in Jamaika, Iran, Thailand und Dubai. Aktuell ist er als Berater für den Fußballverband Ghanas tätig, nachdem er vor drei Monaten das Amt des Nationaltrainers von Thailand übernommen hat, wie die tz berichtet.
In Thailand hat Schäfer die Nachfolge des Briten Bryan Robson angetreten und engagiert sich stark für die Nationalmannschaft, die sich für die WM 2014 in Brasilien qualifizieren möchte. Unter seiner Leitung hat die thailändische Mannschaft Fortschritte gemacht, darunter ein spannendes 1:2 gegen Australien und ein gleichwertiges 0:0 gegen Saudi-Arabien. Damit soll das Ziel, mit Thailand in drei Jahren auf Augenhöhe mit fußballerischen Nationen wie Japan und Südkorea zu stehen, realistisch werden.
Integration und künftige Pläne
Schäfer hat sich gut in Thailand integriert und bewohnt ein Apartment in der Region. Auch mit der deutschen Community vor Ort hat er Kontakt. Zudem äußert er Bedauern über die Situation des Karlsruher SC, den er gerne unterstützen würde. Um in der Region Hilfe zu leisten, plant Schäfer ein Benefizspiel Ende November zugunsten der Flutopfer in Thailand. Diese Initiative zeigt sein Engagement für die Menschen vor Ort und den Fußball, der ihm so viel bedeutet.