Am Freitagabend, dem 4. April 2025, wurde die Ausstellung „Ist offen“ im Kunstverein Paderborn eröffnet. Die Ausstellung, die bis zum 4. Mai 2025 zu sehen ist, steht unter der Kuratierung von Imke Ruhrmann. Ihr Ziel ist es, Besucher aktiv in die Kunst einzubinden und zur Interaktion mit den Exponaten einzuladen. Ruhrmann hat sich bereits in früheren Projekten, wie ihrer Moderation in der Ausstellung „Pedro Reyes: Sociatry. Mit einer Bühne für Lina Bo Bardi“ im Marta Herford, als kompetente Vermittlerin bewiesen.
Ein herausragendes Exponat der aktuellen Schau ist eine Picknickdecke, die mit dem Titel „Pausenbrot“ aus Textilien gestaltet wurde. Besucher haben die Möglichkeit, sich darauf zu legen oder zu sitzen, während über der Decke die Paragrafen des Arbeitszeitgesetzes zu Ruhepausen und Ruhezeiten aufgelistet sind. Dieses interaktive Element soll zum Nachdenken über gesetzliche Vorgaben und persönliche Ruhezeiten anregen.
Die Kuratorin und ihr Werdegang
Imke Ruhrmann bringt eine reiche akademische und praktische Erfahrung in ihre Rolle als Kuratorin ein. Nach einer Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton bei ProSiebenSat.1 Media SE von 2016 bis 2019 war sie in verschiedenen Positionen, wie etwa als Schnittassistentin und Werkstudentin, tätig. Gleichzeitig studierte sie von 2020 bis 2021 einen zwei-Fach-Bachelor in Soziologie sowie Kunst, Musik und Theater an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
Seit 2021 verfolgt sie einen weiteren zwei-Fach-Bachelor in Kunst und Kunstvermittlung sowie Medienwissenschaften an der Universität Paderborn und ist zudem als studentische Hilfskraft in der Bildhauerei engagiert. Im Jahr 2025 wurde sie mit dem Dr. Käthe-Sander-Wietfeld-Förderpreis ausgezeichnet, was ihr Engagement und ihre Talente in der Kunstszene unterstreicht.
Interaktive Kunstvermittlung im Fokus
Die Ausstellung „Ist offen“ ist Teil eines größeren Trends, der die Interaktion und das Engagement der Besucher in den Mittelpunkt der Kunstvermittlung stellt. Ähnlich wie das hybride Kunstvermittlungsprogramm „Mein Pinnwand-Museum“ der Kunsthalle Bremen, das auf digitales Lernen und kreative Auseinandersetzung abzielt, will auch Ruhrmanns Ausstellung einen barrierefreien Zugang zur Kunst schaffen. Digitale Tools und Workshops könnten zukünftig eine Unterstützung für ähnliche Projekte bieten.
In einer Zeit, in der Kunstvermittlung zunehmend interaktiv gestaltet wird, zeigt die positive Resonanz der Besucher, dass das Bedürfnis nach persönlicher Interaktion und individueller Auseinandersetzung mit Kunst stark ausgeprägt ist. Imke Ruhrmann trägt mit ihrer visionären Herangehensweise dazu bei, dieses Bedürfnis zu erfüllen und die Kunst für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen.
Die Vernissage zur Ausstellung „Ist offen“ bietet somit nicht nur einen Einblick in Ruhrmanns künstlerisches Schaffen, sondern auch eine Plattform für die Reflexion über die Rolle der Kunst in unserer Gesellschaft und die Bedeutung von Ruhepausen im hektischen Alltag.