Malika Jakobs, die Betreiberin des Restaurants Estragon in Bad Ems, hat sich in der Gastronomie einen Namen gemacht. In einem Interview mit dem Ben-Kurier berichtet Anja Schrock über Jakobs’ Werdegang und die Herausforderungen, die sie in ihrer über zehnjährigen Selbstständigkeit gemeistert hat. Стамаически aus Paris stammend und in München aufgewachsen, lebt Jakobs mittlerweile im Rhein-Lahn-Kreis. Sie hat eine Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert und war in verschiedenen Bereichen der Gastronomie tätig, darunter Catering und gehobene Gastronomie.
Im Jahr 2012 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und übernahm das Estragon. Der Weg dorthin war alles andere als einfach, da die Gastronomie viele Herausforderungen bereithält. Unvorhersehbare Ereignisse, wirtschaftliche Schwankungen und Personalmangel sind nur einige der Schwierigkeiten, mit denen sie konfrontiert ist. Jakobs betont die Notwendigkeit von Flexibilität, um in diesem Bereich bestehen zu können.
Frauen in der Hotellerie: Herausforderungen und Chancen
Jakobs beschreibt die besondere Situation für Frauen in der Gastronomie. Viele Frauen, besonders in leitenden Positionen, müssen mehr leisten, um ernst genommen zu werden. Diese Beobachtung wird durch aktuelle Studien gestützt, die zeigen, dass Frauen in der Hotellerie häufig in Teilzeit arbeiten. Von den 140.000 Frauen in der Branche arbeiten 54 % in Teilzeit, was im Vergleich zu knapp 30 % der Männer signifikant ist. Diese Teilzeitarbeit kann zu eingeschränkten Karrierechancen führen.
Speziell Frauen in Führungspositionen sind weniger vertreten, was die Gleichstellung in der Branche betrifft. Beispiele für erfolgreiche Frauen sind Tanja Rosenbaum, Betriebsleiterin einer Hotel-Ferienanlage und Nicole Ann Habich, die Geschäftsführerin einer Hotel-Franchise-Kette. Letztere hat ein Franchise-Modell für „kleinHOTELs” entwickelt und spricht von den Herausforderungen, die insbesondere während der Pandemie auftraten.
Persönliche Entwicklung und Zukunftsvisionen
In ihrer Selbstständigkeit zählt für Jakobs die Leistung und nicht das Geschlecht. Sie beschreibt sich als lösungsorientiert und entscheidungsfreudig, trifft viele ihrer Entscheidungen allerdings aus dem Bauch heraus. Manchmal hat sie Vorteile, etwa im Umgang mit Handwerkern oder Gästen, doch hat Schwierigkeiten mit Lieferanten, die ihrem Können weniger zutrauen.
Jakobs gibt jungen Frauen den Ratschlag, auf ihr Ziel fokussiert zu bleiben und sich nicht entmutigen zu lassen. In ihrer Freizeit findet sie Ausgleich durch Malen, Wandern und Motorradfahren. Ihre langfristigen Pläne beinhalten, das Estragon für unterschiedliche Gästegruppen zu öffnen und eine Zusammenarbeit mit dem Bike Park in Bad Ems zu initiieren, um aktive Urlauber gezielt anzusprechen.
Sie sieht in der Verbindung von Kurtradition, Aktivurlaub und Gastronomie eine große Chance für die Region. Jakobs kann sich vorstellen, in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand zu gehen, möchte jedoch vorher vielen Gästen einen unvergesslichen Aufenthalt ermöglichen.