In der Nacht zum 21. März 2025 wurde der letzte Abschnitt der Autobahn 49 (A49) zwischen Schwalmstadt und dem Ohmtal-Dreieck bei Homberg/Ohm feierlich eröffnet. Die Eröffnung fand in der Stadthalle von Stadtallendorf statt, wo geladene Gäste zu einem Festakt zusammenkamen. Diese Verkehrsfreigabe markiert einen wichtigen Meilenstein für das hessische Fernstraßennetz, das seit den 1960er-Jahren umstritten ist. Erst kürzlich verschob sich die Eröffnung aufgrund von Baumängeln, die erst bei Qualitätskontrollen im Vorfeld thematisiert wurden, wie hessenschau.de festhält.
Der neu eröffnete Abschnitt hat eine Länge von 31 Kilometern und weist ein kurviges sowie welliges Profil auf, weshalb er als „Achterbahn unter den hessischen Autobahnen“ bezeichnet wird. Die A49 soll sowohl die vorherrschende Verbindung zwischen Kassel und Gießen verbessern als auch umliegende Straßen sowie die Autobahnen A5 und A7 entlasten. Autofahrer können zwar 13 Kilometer im Vergleich zur vorherigen Route einsparen, jedoch verkürzt sich die Fahrzeit nur unwesentlich, was einige Kritiker der Verkehrspolitik laut tagesschau.de bedenklich stimmt.
Kontroversen und Proteste
Trotz der Eröffnung steht die A49 im Fokus vehementer Kontroversen. Besonders die Waldrodungen im Dannenröder Forst, die 2020 zu massiven Protesten führten, beleuchten die heftigen Auseinandersetzungen zwischen Umweltschützern und den Befürwortern des Projekts. Über 85 Hektar Wald, darunter der ökologisch wertvolle Dannenröder Forst, wurden für den Bau gerodet, was viele als ökologisches Verbrechen betrachten. Das Netzwerk „Tatort A49 – Danni lebt!“ kündigte am Eröffnungstag einen Trauerzug an, um gegen die erlittenen Umweltverluste zu protestieren.
Polizeieinsätze zur Sicherung der Rodungsarbeiten, die in den Jahren 2020 und 2021 stattfanden, führten zu einer hohen Einsatzkostenbelastung. Diese beläuft sich auf mehrere Millionen Euro und verdeutlicht die Spannungen zwischen zivilgesellschaftlichen Bewegungen und staatlichen Institutionen. In dieser Zeit wurde der Dannenröder Forst zum Symbol der Proteste, wobei viele Aktivisten die Besetzungen fortführten, um die Rodungen zu verhindern, ein Umstand, der sowohl in Medienberichten als auch in politischen Debatten immer wieder thematisiert wurde, wie bpb.de dokumentiert.
Bau und Finanzierung der neuen Strecke
Die Bauarbeiten wurden durch zahlreiche Verzögerungen gehemmt, die mehrheitlich auf Baumängel zurückzuführen waren. Die Kosten für Bau und Betrieb der A49 über die nächsten 30 Jahre betragen pauschal 1,45 Milliarden Euro. Der gesamte Bauprozess erstreckte sich über mehr als vier Jahre, wobei der erste Abschnitt bereits 2015 begann und bis 2022 einen Teil der Strecke freigab. Die letzten Bauarbeiten sollten ursprünglich Ende 2024 abgeschlossen sein, was allerdings nicht realisiert werden konnte.
Die Autobahn wird in einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) betrieben, die sowohl Planung als auch Betrieb umfasst. Kritiker machen dabei Kosteneffizienz und den Schutz von Grund- und Trinkwasser geltend, was zu kontroversen Diskussionen in der Gesellschaft führt.