Das beliebte Karnevalslied „Humba, humba Täterä“, das vor allem in Mainz und Gießen oft gesungen wird, hat einen besonderen Schöpfer: Toni Hämmerle. Der Musiker und Pianist, der 1914 geboren wurde und 1968 in Gießen starb, galt als eine prägende Figur der hessischen Unterhaltungsmusik. Seine größten Erfolge feierte er in den frühen 1960er Jahren, als er im Lokal „Zum Grünen Kranz“ das kultige Stück erfand. Heute plant die Stadt Gießen, den Platz zwischen dem Uni-Gebäude und dem ehemaligen Finanzamt nach Hämmerle zu benennen und ihm damit eine verdiente Ehre zuteilwerden zu lassen. FAZ.NET berichtet, dass …
Die Büste von Hämmerle, die am 10. April 2019 in der Stephanstraße enthüllt wurde, steht symbolisch für sein Lebenswerk. Sie wurde von dem Bildhauer Alf Becker geschaffen und befindet sich an einem markanten Ort, dem ehemaligen Finanzamt, wo Hämmerle einst arbeitete. Die Enthüllungszeremonie wurde von Christina Hämmerle, seiner Witwe, und der Sängerin Margit Sponheimer geleitet. Unter den anwesenden Gästen war auch seine Schwägerin Anne-Ria Riga, die seiner Verdienste gedenken wollte. Kulturdezernent Harald Scherer begrüßte die Anwesenden und nach der Zeremonie gab es „Wein, Weck und Worscht“. Auch der Besuch seines Grabes auf dem Neuen Friedhof war Teil der würdevollen Feier.Gießener Allgemeine informiert über …
Ein Leben voller Herausforderungen
Toni Hämmerles Lebensweg war von Herausforderungen geprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Hämmerle als Telefonist an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, nachdem er sein Augenlicht durch einen Bombenangriff verlor. Er lebte ab 1950 in Gießen und engagierte sich aktiv in der Gießener Fassenachts-Vereinigung. Seine Kompositionen für Künstler wie Ernst Neger und Margit Sponheimer trugen dazu bei, ihn über die Grenzen Hessens hinaus bekannt zu machen.
In einem Leserbrief brachte ein Anhänger Hämmerles zum Ausdruck, dass genau dieser Platz, der jetzt umbenannt werden soll, für den Komponisten von großer Bedeutung war, da er dort lebte und arbeitete. Die politische Gruppierung Gigg/Volt hat allerdings einen Gegenantrag eingereicht, in dem sie fordert, den Platz nach einer weiblichen Persönlichkeit zu benennen. Sie plädiert für eine Bürgerbeteiligung, um alternative Namensvorschläge zu erarbeiten.
Vermächtnis und Ehrung
Toni Hämmerle starb nur drei Tage vor seinem 54. Geburtstag, doch sein Erbe bleibt in Gießen lebendig. Nach den Worten von Heinrich Brinkmann, einem Nachbarn und Unterstützer der Stele, wäre sein Lebenswerk ohne die Unterstützung seiner Witwe Tina nicht in diesem Maße verwirklicht worden. Auch die Idee, ihn im 111. Jahr nach seiner Geburt zu ehren, könnte eine symbolische Bedeutung für die Fastnachter in Gießen haben. Hämmerles Witwe, die mittlerweile 95 Jahre alt ist, konnte von ihrem Fenster die Stele mit der Büste ihres Mannes sehen und ist eine lebende Verbindung zur reichen Geschichte des Künstlers, der die hessische Musikwelt maßgeblich geprägt hat. Regel