Der sechsjährige Pawlos aus Waldbrunn wird seit Dienstagmittag vermisst. Der Junge, dessen letzte Sichtung am Bahnhof von Weilburg stattfand, hat seine Schule verlassen und ist seitdem unauffindbar. Er wird als dunkelhäutig beschrieben, hat dunkle Haare und war zum Zeitpunkt seines Verschwindens in einem gestreiften Pullover sowie grauer Jeans und Hausschuhen unterwegs. Bürgermeister Johannes Hanisch äußerte die Besorgnis, dass Pawlos aufgrund seiner autistischen Veranlagung in einer hilflosen Lage sein könnte, da viele autistische Kinder in stressigen oder ungewohnten Situationen Rückzug suchen.
Die Polizei hat eine umfassende Suche gestartet, an der Hunderte von Einsatzkräften und auch ein Hubschrauber sowie ein Boot der Wasserschutzpolizei beteiligt sind. Es wird vermutet, dass Pawlos sich entweder im näheren Stadtgebiet versteckt oder möglicherweise mit einem öffentlichen Verkehrsmittel weggefahren sein könnte. Bürgermeister Hanisch informierte die Öffentlichkeit darüber, dass das Kind nicht direkt angesprochen werden sollte, um ihn nicht zu verängstigen. Die Einsatzkräfte bitten die Bevölkerung um Hinweise und fordern dazu auf, im Falle einer Sichtung den Notruf 110 zu wählen oder die Kriminalpolizei Limburg unter der Telefonnummer 06431 91400 zu kontaktieren.
Besondere Herausforderungen bei der Suche
Die Suche nach Pawlos wird durch seine Autismus-Veranlagung zusätzlich erschwert. Sonderpädagogin Sarah Weber schildert, dass autistische Kinder auf Reize anders reagieren und in unbekannten Situationen häufig angespannt sind. Dies kann dazu führen, dass Pawlos sich in seiner Umgebung orientierungslos fühlt. Verantwortliche betonen, dass bei der Suche keine lauten Rufe verwendet werden sollten, um das Kind nicht zu erschrecken.
Um Pawlos‘ Aufmerksamkeit zu wecken, wurden bunte Luftballons in Weilburg aufgehängt. Zudem setzen die Polizeibeamten auf innovative Ansätze: Polizeiautos spielen Tonaufnahmen von Pawlos‘ Mutter ab und bekannte Musik, um ihn anzulocken. Auch Gewässer sind ein Fokus der Suche, denn viele autistische Kinder fühlen sich zu Wasser hingezogen. Weber stellt jedoch fest, dass das Alleinsein in der Nähe von Gewässern für Pawlos gefährlich sein kann.
Ähnliche Vermisstenfälle von autistischen Kindern wurden in der Vergangenheit dokumentiert, weshalb die Polizei und die Einsatzkräfte besondere Methoden anwenden. Während die Suche fortgesetzt wird, bleibt die Bevölkerung angehalten, aufmerksam zu sein und im Falle eines Hinweises sofort zu reagieren, da Pawlos möglicherweise in einer unerwarteten Situation feststeckt oder sich versteckt hat. Es besteht jedoch keine Vermutung eines Verbrechens hinter seinem Verschwinden.