Die für 2025 geplante Veranstaltung „Kinzigtal total“ im Main-Kinzig-Kreis, eine Radfahrer- und Skaterveranstaltung auf einer 80 Kilometer langen, autofreien Strecke, wurde aufgrund von Sicherheitsbedenken abgesagt. Die Entscheidung wurde am 26. März 2025 von der Pressestelle des Main-Kinzig-Kreises bekannt gegeben. Diese Absage markiert einen tiefen Einschnitt für die Region, die in der Vergangenheit bereits im September 2024 das 30. Jubiläum der Veranstaltung gefeiert hatte.
Landrat Thorsten Stolz (SPD) wies darauf hin, dass die Umsetzung eines notwendigen Sicherheitskonzepts bis zum Event-Termin im September nicht möglich sei. Die Sicherheitsbedenken basieren auf aktuellen Vorkommnissen im öffentlichen Raum, was insbesondere das Risiko eines Anschlags mit einem Fahrzeug betrifft. Laut Stolz sei eine sorgfältige Gefährdungsanalyse erforderlich, diese ließe sich aber kurzfristig nicht realisieren. Zudem wird auf die angespannten Sicherheitslage in Deutschland hingewiesen, die von einem Anstieg extremistischer Straftaten geprägt ist, so das Bundesamt für Verfassungsschutz und das Bundesinnenministerium.
Notwendige Sicherheitsmaßnahmen
Ein weiteres Hindernis für die Durchführung der Veranstaltung sind die hohen zusätzlichen Kosten für Sicherheitsmaßnahmen, die auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt werden. Der Landrat erklärte, dass diese Ausgaben nicht im aktuellen Haushalt des Kreises tragbar seien. Die Verantwortung für die Sicherheit der Teilnehmenden liegt laut Stolz eindeutig bei den Organisatoren, die sich in den kommenden Monaten mit den erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen für die Veranstaltung im Jahr 2026 beschäftigen werden.
Trotz der Absage betonte ein Sprecher des Main-Kinzig-Kreises, dass es derzeit keine akute Gefährdungslage gebe. Dennoch wird das Risiko eines Angriffs auf die Veranstaltung als „realistisches Szenario“ angesehen. Stolz äußerte ein „grundsätzliches Fragezeichen“ zur Zukunft von „Kinzigtal total“, insbesondere angesichts der besonderen Herausforderungen einer so großen und offenen Veranstaltungsfläche.
Die Absage des Straßenfestes betrifft nicht nur die Sportbegeisterten, sondern auch die regionalen Vereine, die traditionell an den Straßenfesten rund um das Event mitwirken. „Kinzigtal total“ zieht jährlich tausende Besucher aus der gesamten Region an. Die Strecke beginnt an der Quelle des Flusses Kinzig in Sinntal-Sterbfritz und führt bis zur Mündung nach Hanau. An dem Aktionstag werden wichtige Landstraßen für den Autoverkehr gesperrt.
Für weitere Informationen zu Sicherheitskonzepten und -maßnahmen steht unter anderem der Bericht des Deutschen Expertenrats für Besuchersicherheit zur Verfügung, der relevante Richtlinien und Empfehlungen bietet.
Zusammenfassend ist die Absage von „Kinzigtal total“ ein deutliches Signal für die notwendigen Anpassungen und Sicherheitsüberlegungen, die in der heutigen Zeit unabdingbar sind. Die Organisatoren stehen vor der Herausforderung, ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten, um die Veranstaltung zukünftig sicher durchführen zu können.