Am Samstag, dem 29. März 2025, erinnerte das Marburger Klimabündnis auf dem Marktplatz mit einer symbolischen Aktion an die anstehende Herausforderung der Klimaneutralität. Zu diesem Zeitpunkt war die Hälfte der Zeit bis zum Ziel, das von der Stadtverordnetenversammlung am 28. Juni 2019 festgelegt wurde, bereits verstrichen. Marburg strebt an, bis 2030 klimaneutral zu werden. Die Aktivistinnen und Aktivisten präsentierten Transparente mit Aufschriften wie „Ihr schafft das!“, um den lokalen Politkern Mut zuzusprechen. Der Druck, die CO2-Emissionen bis zum angestrebten Datum auf null zu reduzieren, wächst.
Michael Plappert von den Parents for Future betonte die Notwendigkeit signifikanter Anstrengungen, um die bereits hohen Emissionen, die in Marburg im Jahr 2019 etwa 640.000 Tonnen betrugen, spürbar zu senken. Etwa 50 Prozent der Emissionen stammen aus dem Heizen, 30 Prozent aus dem Stromverbrauch und 20 Prozent aus dem Verkehr. Daher ist eine Reduktion im Verkehrssektor von entscheidender Bedeutung, um der Klimakrise zu begegnen.
Transparenz über Fortschritte
Das Klimabündnis hat die Stadt Marburg aufgefordert, regelmäßig über den Fortschritt in Bezug auf die Klimaneutralität zu berichten. Angelika Becker von attac wies darauf hin, dass die Bürger:innen mehr Informationen über klima- und umweltbezogene Maßnahmen erwarten. Ein Klimaaktionsplan, der im August 2020 beschlossen wurde, ist in diesem Zusammenhang von zentraler Bedeutung. Der Plan umfasst über 100 Maßnahmen, die sich auf vier Handlungsfelder konzentrieren: lokale Energieerzeugung, klimaneutrales Bauen, klimaneutrale Mobilität und Unterstützung der Stadtgesellschaft.
Walter Gruber von der Bürgerinitiative Verkehrswende ergänzte, dass eine Strategie nötig sei, um die Grenzen des Wachstums zu überwinden und auch leer stehenden Wohnraum zu nutzen. Der Klimaaktionsplan ist ein umfassendes Dokument, das mit Bürgerbeteiligung weiterentwickelt werden soll.
Herausforderungen und Maßnahmen
Der letztjährige Klimanotstand und die Ausrufung verpflichten die Stadt zu konkreten Maßnahmen. Der Verkehr spielt eine entscheidende Rolle in der Reduktion von CO2-Emissionen. Im Rahmen des Koalitionsvertrags von Union und SPD aus Februar 2018 bekennt sich die Bundesregierung zum Pariser Klimaschutzabkommen, was auch sektorspezifische Ziele für den Verkehrssektor einschließt. Hier sollen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 40 bis 42 Prozent gesenkt werden.
Die Notwendigkeit zeitnaher Entscheidungen ist unerlässlich, um diese Ziele zu erreichen. Untersuchungen, wie die von Agora Verkehrswende, zeigen auf, dass kein einzelner oder einfacher Schritt ausreicht, um den Anforderungen gerecht zu werden. Vielmehr erfordert es ein umfassendes Maßnahmenbündel, um die gewünschte Reduktion zu erzielen.
Die Stadt Marburg sieht sich also nicht nur als Aktor auf kommunaler Ebene, sondern auch als Teil eines größeren Klimaschutzplans. Die Bürger:innen sind aufgerufen, aktiv an den notwendigen Veränderungen teilzunehmen. Dies könnte durch neue Förderprogramme für klimafreundliches Wohnen und Mobilität geschehen, die dieselben Ziele verfolgen, die auch im vorliegenden Klimaaktionsplan formuliert sind.
Der Dialog zwischen der Stadtverwaltung und den Bürger:innen bleibt entscheidend, um die gesammelten Anstrengungen zur Erreichung der Klimaneutralität zu unterstützen und die Lebensqualität in der Stadt zu sichern.