Die Hessen-App wird von der FDP-Landtagsfraktion als ein teurer Flop eingestuft. Bislang floss eine Summe von knapp zwei Millionen Euro in die Entwicklung und den Betrieb der Anwendung, die Anfang 2023 im Auftrag des Digitalministeriums gestartet wurde. Trotz dieser Investition verzeichnete die App im März 2025 nur etwa 38.000 Nutzer. Dies entspricht nicht den Erwartungen, da eine App als erfolgreich gilt, wenn sie zwischen 10 und 20 Prozent eines Zielmarktes erreicht, was hier eindeutig nicht der Fall ist.
Die Hessen-App soll Informationen zu verschiedenen Verwaltungsdienstleistungen wie Ausweis, Angelschein und Grundbucheintrag bieten. Allerdings verhindern Datenschutz- und IT-Sicherheitsgründe die Integration digitaler Angebote der Kommunen. Kritiker bemängeln, dass anstelle eines echten Bürgerservices die App hauptsächlich für die Werbung der Landesregierung genutzt wird. Auf der Startseite erscheinen hauptsächlich Pressemitteilungen der Ministerien.
Kritik und Forderungen
Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) sieht sich daher nicht nur mit einer hohen Investitionssumme konfrontiert, sondern auch mit dem Druck, eine Neubewertung der App vorzunehmen, falls eine Integration der Verwaltungsdienstleistungen nicht gelingt. Die kritischen Stimmen innerhalb der FDP-Nutzer sind laut und fordern eine Reevaluation der Nutzerfreundlichkeit der Anwendung.
Parallel zur Diskussion um die Hessen-App zeigt sich ein ermutigendes Bild hinsichtlich der Gesamtentwicklung der digitalen Verwaltung in Hessen. Bis Mitte Dezember 2022 wurden bereits 483 von 695 OZG-Leistungsobjekten umgesetzt, und es wird erwartet, dass bis Ende 2022 mehr als zwei Drittel der hessischen Verwaltungsleistungen digitalisiert sein würden. Der Umsetzungsfortschritt variiert jedoch je nach Digitalisierungsstand der Kommunen.
Umsetzung der Verwaltungsdigitalisierung
Im Laufe des Jahres 2023 arbeitet die hessische Landesregierung weiter daran, die Digitalisierung in Zusammenarbeit mit Kommunen, Spitzenverbänden und IT-Dienstleistern voranzutreiben. Grundlage für diese Initiativen bildet der hessische OZG-Umsetzungskatalog. Besonders sichtbar wird dies aus der Tatsache, dass Paare in Bad Homburg und Wiesbaden seit Dezember 2022 Hochzeitsvorbereitungen online erledigen können.
Das Ziel der Verwaltungsdigitalisierung ist, einen benutzerfreundlichen, schnellen und einfachen Zugang zu Informationen und Dienstleistungen zu schaffen. Dabei wird auch das EfA- und Once-Only-Prinzip verfolgt, das einheitliche Verfahren und die Zusammenarbeit zwischen den föderalen Einheiten fördert. Es zeigt sich bereits, dass 283 Landesleistungen elektronisch beantragt werden können.
Ein innovativer Schritt ist die Einführung von „Kommunal Data Hessen“, einer Austauschplattform für 443 hessische Kommunen, die den Informationsaustausch zwischen Land und Kommunen verbessern soll. Diese wurde 2022 mit dem KommDIGITALE-Award ausgezeichnet und verdeutlicht die Bemühungen um eine stärker vernetzte digitale Verwaltungslandschaft.
Die kritischen Bemerkungen zur Hessen-App werfen jedoch einen Schatten auf den durchaus positiven digitalen Fortschritt, den Hessen in den letzten Jahren gemacht hat. Die zukünftige Entwicklung wird entscheidend davon abhängen, wie die Verantwortlichen auf die anhaltende Kritik reagieren und ob es gelingt, die Nutzerbasis erheblich zu erhöhen.