Der designierte Justizminister von Rheinland-Pfalz, Philipp Fernis, wurde am Montagabend im Rahmen einer Veranstaltung im Favorite Parkhotel am Mainzer Rosengarten vorgestellt. Unter den Anwesenden waren prominente Mitglieder der FDP, darunter die Vizevorsitzende Daniela Schmitt, Carina Konrad, sowie der FDP-Bezirkschef Andy Becht und Justizstaatssekretär Matthias Frey. Die Entscheidung zur Besetzung des Justizministeriums mit Fernis wird als markanter Schwenk für die Liberalen angesehen, da sie den Übergang zu einer neuen Führung innerhalb der Partei symbolisiert, während Daniela Schmitt als Parteivorsitzende nun freie Bahn hat.
Philipp Fernis, der mit 42 Jahren nun den Posten übernimmt, tritt die Nachfolge des am 21. Februar 2025 verstorbenen Herbert Mertin an. Mertin starb im Alter von 66 Jahren und hinterlässt eine bedeutende Lücke im Justizbereich des Landes. Wie FDP.de berichtet, wurde die Entscheidung zugunsten von Fernis von der FDP-Parteiführung in Mainz bekannt gegeben. Seine Vereidigung im Landtag ist für Mittwoch geplant, gefolgt von einer Gedenkminute für Mertin.
Fachliche Expertise und politische Karriere
Fernis bringt eine breite juristische Expertise mit. Er hat sein Jurastudium in Mainz und Koblenz absolviert und war von 2016 bis 2021 Staatssekretär im Justizministerium unter Mertin. Davor arbeitete er auch als Jurist beim Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Der FDP-Landesverband Rheinland-Pfalz hebt seine umfassende Erfahrung und Kompetenz hervor, die er für die neue Position mitbringt.
Die Unterstützung für Fernis ist unbestritten, er hat zudem angekündigt, beabsichtigt, sein Ministeramt auch nach der nächsten Landtagswahl am 22. März 2026 fortzuführen. Eine Entscheidung über seine Nachfolge als Fraktionschef für die restliche Wahlperiode wird in der nächsten Fraktionssitzung fallen, da er diesen Posten nach der Ernennung zum Minister räumen muss. Besonders bemerkenswert ist, dass Fernis nicht plant, gegen Daniela Schmitt bei der Neuwahl des Landesvorsitzenden der FDP anzutreten.
Politische Turbulenzen und innerparteiliche Unterstützung
Die FDP sieht sich zurzeit turbulenten Zeiten gegenüber. Schmitt, die als einzige Kandidatin für den Parteivorsitz gilt, erfährt innerparteiliche Kritik, unter anderem wegen Vorwürfen, die gegen ihren Mann erhoben wurden. Sie selbst bestreitet, Einfluss auf entscheidende politische Vorgänge genommen zu haben, was die Diskussionen in der Partei zusätzlich anheizt.
Die Trauer um Herbert Mertin wurde auch in der Politik angemessen gewürdigt. Eine staatliche Trauerfeier fand am 14. März in Koblenz statt, zu der rund 300 Personen aus Politik und Justiz sowie aus Mertins persönlichem Umfeld erschienen. Dies verdeutlicht die hohe Wertschätzung, die Mertin für seine Arbeit und sein Engagement erfahren hat.
Mit der Ernennung von Philipp Fernis als Justizminister wird nicht nur ein neuer Abschnitt für die FDP, sondern auch für die Justiz in Rheinland-Pfalz eingeläutet. Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) wird ihm die Ernennungsurkunde überreichen und damit eine neue Ära im Justizministerium einleiten.