Am Sonntag, den 30. März 2025, steht die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters in Wiesbaden an. Die Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt entscheiden zwischen dem amtierenden Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende von der SPD und dem parteilosen Kandidaten Thilo von Debschitz. Rund 200.000 Wahlberechtigte sind dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.
Gert-Uwe Mende, der seit dem 2. Juli 2019 im Amt ist, strebt eine zweite Amtszeit an. Er verfolgt ambitionierte Projekte wie die Sanierung des Walhalla-Theaters, den neuen Flächennutzungsplan sowie die Entwicklung des Stadtteils Ostfeld. Dieser umfasst den Bau von 10.000 neuen Wohnungen. Mende betont, dass seit 2021 jährlich 1.400 neue Wohnungen realisiert werden konnten und investierte zudem 470 Millionen Euro in Schulen. Allerdings sieht Mende sich auch als überparteilich und erhält Unterstützung von Linken und Grünen.
Wahlkampf und Herausforderungen
Thilo von Debschitz hingegen kritisiert seinen Konkurrenten für eine unzureichende Wirtschaftsförderung und den Mangel an Gewerbeflächen. Verkehr ist ein zentrales Anliegen für von Debschitz, der verspricht, pragmatische Lösungen zu suchen. Zudem plant er, die unternehmerischen Strukturen der Verwaltung zu reformieren und will ein Dezernat für Planen und Bauen sowie eines für Digitalisierung installieren. Trotz seiner fehlenden politischen Erfahrung betrachtet von Debschitz dies als Vorteil und möchte ein kreatives Team zusammenstellen.
Im ersten Wahlgang erhielt Mende 37 Prozent der Stimmen und lag damit 7 Prozentpunkte vor von Debschitz, der auf 30 Prozent kam. Während Mende in der Bevölkerung gewachsen ist, zeigt sich eine signifikante Wahlbeteiligung: Diese sank auf 43,3 Prozent im Vergleich zu 53,5 Prozent bei der Wahl 2019. Das könnte eine Herausforderung für beide Kandidaten sein, die ihre Wähler an die Urnen bewegen müssen.
Stimmverhalten und Prognosen
Mende profitierte im ersten Wahlgang von einem weniger belastenden Wahlkampf und der Schwäche der Grünen, die nur 14,6 Prozent der Stimmen erhielten, nachdem sie 2019 noch bei 23,4 Prozent lagen. Fast die Hälfte aller Stimmen (48,1%) wurde per Briefwahl abgegeben, und im Bereich der Briefwähler erhielt Debschitz 32,7 Prozent im Vergleich zu Mende, der 35,9 Prozent verbuchte.
In der Stichwahl könnten sich die Wähler der Grünen und der Linken tendenziell für Mende entscheiden, was ihm als Favoriten in dieser zweiten Runde einen entscheidenden Vorteil verschaffen könnte. Bei der letzten Stichwahl 2019 lag die Wahlbeteiligung sogar nur bei 32,1 Prozent, und die Ergebnisse der Bundestagswahl schienen in diesem Kontext keine signifikanten Einflüsse zu haben.
Die Entscheidungen, die nun getroffen werden, könnten also weitreichende Konsequenzen für die Zukunft Wiesbadens und seiner Bürger haben. Die Wahl am 30. März wird zeigen, ob Mende weiterhin die Geschicke der Stadt leiten kann oder ob von Debschitz neue Impulse setzen wird.
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