In den letzten Tagen hat die Situation um Grönland und die USA für Aufsehen gesorgt. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump äußerte sich zu einem möglichen Besuch der US-Delegation in Grönland. Trump berichtete am 24. März 2025, dass viele Grönländer empfingen ihn positiv und betonen, dass Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Inselbewohner angemessen zu schützen und zu versorgen. Er wies darauf hin, dass Grönländer ihn oft kontaktieren, während er sie nicht proaktiv anruft. Diese Interaktion verdeutlicht eine wachsende Beziehung zwischen den USA und Grönland, die seit längerem brisant und von politischen Spannungen geprägt ist.
Trump erwähnte zudem eine Einladung für einen Besuch in Grönland, die er seiner Ansicht nach als Zeichen der Freundlichkeit zu interpretieren sei. Laut den Informationen von Wiesbadener Kurier hat die Delegation, zu der auch Usha Vance, die Frau des US-Vizepräsidenten J.D. Vance, gehört, sich nach Grönland begeben. Trump ließ jedoch offen, wer die Einladung ausgesprochen hat und wies die Frage nach möglichen Provokationen zurück.
Mission und Bedenken
Während des geplanten Besuchs wird Usha Vance von Trumps Nationalem Sicherheitsberater Mike Waltz begleitet. Geplant sind Besuche historischer Stätten sowie die Teilnahme an einem traditionellen Hundeschlittenrennen in Sisimiut. Diese Ereignisse sollen die kulturelle Verbindung zwischen den USA und Grönland stärken, allerdings äußerte der amtierende grönländische Regierungschef Múte B. Egede, dass es kein formelles Treffen zwischen der US-Delegation und der grönländischen Regierung geben werde. Dies wirft Fragen über die diplomatische Absicht hinter dem Besuch auf.
Egede erklärte, dass der Besuch nicht als rein privat betrachtet werden könne. Er und viele Grönländer fühlen sich von den USA und Dänemark im Stich gelassen und unzureichend behandelt, was zur Verstärkung des Protestes in Nuuk geführt hat. Trump bleibt jedoch optimistisch und betont, dass die Grönländer an den USA interessiert seien und dass Grönland möglicherweise in der Zukunft eine bedeutendere Rolle spielen könnte.
Historische Perspektive
Die Beziehungen zwischen Grönland und den USA sind historisch gewachsen, beginnend im 19. Jahrhundert mit wissenschaftlichen Expeditionen. Diese Interaktionen, von der ersten Expedition unter Elisha Kent Kane bis hin zu umfassenden militärischen Engagements während des Zweiten Weltkriegs, haben das geopolitische Interesse der USA an der Insel geprägt. Dennoch hat Grönland auf verschiedene Weisen versucht, seine Unabhängigkeit von Dänemark zu etablieren, während die USA verstärkt an einer strategischen Präsenz in der Region interessiert sind.
In den letzten Jahren, besonders seit Trump 2019 den Kauf Grönlands vorschlug, haben sich die diplomatischen Spannungen zwischen Dänemark, Grönland und den USA verschärft. Dänemark besteht darauf, dass die Bürger Grönlands selbst über ihre Zukunft entscheiden können, während die USA an einer verstärkten Militarisierung Grönlands interessiert sind, um ihre Position im Nordatlantik zu sichern. Diese wachsenden Spannungen gestalten die Beziehungen zur Zeit äußerst komplex und facettenreich, was auch die bevorstehenden Kommunalwahlen in Grönland am 1. April 2025 beeinflussen könnte.