Am 1. April 2025 startete die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) in Hessen ihre erste Hubschrauberaktion in diesem Jahr. Der Einsatz konzentrierte sich auf Gebiete in der Nähe des Rheins, einschließlich Groß-Gerau, Riedstadt, Lampertheim und Biblis. Laut hessenschau.de war der Januar von Frost und Trockenheit geprägt, was die Flächen für die Entwicklung von Mückenlarven verringert hat. Trotzdem ist eine Mückenplage, ähnlich wie im Vorjahr, weiterhin möglich, da sich die Bedingungen schnell ändern können.
Die KABS-Sprecherin beschrieb den ersten Einsatz als klein und betonte, dass die Bekämpfung sowohl aus der Luft als auch zu Fuß erfolgt. Besonders wichtig ist der Einsatz von Bti, einem biologischen Mittel, das gezielt die Larven fast aller Stechmückenarten abtötet. Laut bund-naturschutz.de wird Bti häufig per Hubschrauber ausgebracht, da es auch bei kalten Temperaturen eine Wirkung entfalten kann.
Die Bedeutung der Mückenbekämpfung
Stechmücken wie Aedes vexans und Aedes sticticus spielen eine wichtige Rolle in aquatischen und terrestrischen Ökosystemen. Ihre Larven dienen als Nahrung für Fische, während adulte Mücken Vögeln und Fledermäusen als Nahrungsquelle dienen. Diese ökologische Bedeutung bleibt jedoch oft unbeachtet, wenn es um die flächendeckende Bekämpfung von Mücken geht, die auch in Naturschutzgebieten erfolgt, oft mit dem Fokus auf menschliche Bedürfnisse.
Trotz der biologischen Bekämpfungsmittel verursacht der Einsatz von Bti auch Bedenken. Langzeitstudien zeigen negative Auswirkungen auf andere Insektenarten, wie nichtstechende Zuckmücken, die für viele Tierarten eine wichtige Nahrungsquelle darstellen. Der Einsatz von Bti könnte insbesondere während der Fortpflanzungszeit vieler Tiere problematisch sein, was vom Bund Naturschutz klar angesprochen wird. Der Verband fordert, dass Bti in Naturschutzgebieten und FFH-Gebieten nicht zur Anwendung kommen sollte.
Kontrollmaßnahmen und weitere Einsätze
Momentan konzentriert sich KABS darauf, die Mückenlarven nur in Bruchwäldern zu bekämpfen. In den kommenden Tagen sind weitere Kontrollen zu Fuß geplant, um die Wirksamkeit des eingesetzten Mittels zu überprüfen. Das Angriffsgebiet für die Mückenbekämpfung erstreckt sich typischerweise über einen Radius von etwa 1,5 Kilometern um die besiedelten Ortschaften.
Anwohner in Bürstadt haben die Möglichkeit, aktiv gegen die Asiatische Tigermücke vorzugehen. KABS sucht derzeit nach freiwilligen Helfern, die sich mit Gewissenhaftigkeit und Motivation an der Bekämpfung dieser invasiven Art beteiligen möchten. Schulungen werden vor Beginn der Tätigkeit angeboten, um die Helfer bestmöglich vorzubereiten.
Während die Bekämpfung der Mückenlarven weiterhin wichtig bleibt, könnten alternative Maßnahmen zur Mückenbekämpfung, wie die Förderung natürlicher Fressfeinde oder das Vermeiden offener Wasserflächen, die Mückenpopulation nachhaltig verringern. Dies wäre nicht nur im Sinne der Menschen, sondern auch der Biodiversität an unseren Gewässern.