Die Kultur- und Kreativwirtschaft in Schleswig-Holstein zeigt sich als bedeutender wirtschaftlicher Schlüsselbereich, der stetig wächst und sich weiterentwickelt. Laut den aktuellen Daten von Herzogtum Direkt ist die Branche ein zentraler Akteur mit rund 40.000 Erwerbstätigen und einem Umsatz von etwa 2,5 Milliarden Euro jährlich. Angesichts dieser Zahlen plant die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck eine umfassende Branchenstudie, um die gezielte Förderung und strategische Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft zu unterstützen.
Der Vorsitzende des IHK-Netzwerks Kultur- und Kreativwirtschaft, Dietmar Baum, hebt die Notwendigkeit dieser Studie hervor. Ziel ist es, eine belastbare Grundlage für die politische Sichtbarkeit und die strategische Weiterentwicklung der Branche zu schaffen. Die IHK beabsichtigt, über 5.600 Unternehmen in elf Teilmärkten zu kontaktieren, wobei eine hohe Beteiligung an der Studie erwartet wird. Die Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen und sollen weitere Projekte in der Region anstoßen.
Vielfalt der Teilmärkte
Besonders bemerkenswert ist die Rolle der Software- und Games-Industrie, die mit rund 6.400 Beschäftigten etwa 24 Prozent der Erwerbstätigen in der Kreativwirtschaft ausmacht. Von 2015 bis 2020 verzeichnete dieser Teilmarkt ein beeindruckendes Wachstum von 29 Prozent. Die Architekturindustrie ist mit rund 3.200 Beschäftigten der drittgrößte Teilmarkt und unterstreicht die Vielfalt der Kreativwirtschaft in Schleswig-Holstein.
Die Filmwirtschaft, ein weiterer Teilmarkt, bietet enormes Potenzial. Projekte wie die EXVOLI Studios in Lübeck Genin-Süd zeigen, wie kreative Investitionen die Wirtschaftsstruktur bereichern können. Spyridon Aslanidis von der Wirtschaftsförderung Lübeck beschreibt die Creative Industries als wesentlichen Standortvorteil für die Region und führt aus, dass Schleswig-Holstein mehr Sichtbarkeit, Innovation und Kreativität anstrebt.
Unterstützungsmaßnahmen
Die Unterstützungsangebote für Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft sind umfassend. Die Förderlotsen bieten unentgeltliche Beratungen an, während Bürgschaftsbanken und die Investitionsbank Darlehen bereitstellen. Auch die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft steht als Unterstützer zur Verfügung. Das Clustermanagement DiWiSH fördert zudem gezielt die IT-Wirtschaft, die Softwareindustrie sowie Medien- und Designwirtschaft.
Ein weiteres Beispiel für innovative Ansätze ist das Projekt „Innovationsorientiertes Netzwerk StartUp Schleswig-Holstein“, das an der Muthesius Kunsthochschule gefördert wird. Es unterstützt Existenzgründungen durch Beratung und Qualifizierung und bietet wertvolle Vernetzungsmöglichkeiten, die die Kreativwirtschaft weiter beflügeln können.
Auf Bundesebene wird die Initiative für die Kultur- und Kreativwirtschaft regelmäßig durch Wettbewerbe wie die „Kultur- und Kreativpiloten“ unterstützt. Diese Initiative hat seit 2009 jährlich 32 Preisträger hervorgebracht, die nicht nur bundesweite Aufmerksamkeit erhalten, sondern auch zahlreiche Vorteile genießen können. Zwei Teams aus Schleswig-Holstein, „Off the Beaten Track“ und „FettFressHair“, konnten sich im Jahr 2022 über diese Auszeichnung freuen.
Insgesamt demonstriert die Kultur- und Kreativwirtschaft in Schleswig-Holstein durch eine Kombination aus Förderung, Innovation und strategischer Planung ihren Stellenwert innerhalb der wirtschaftlichen Landschaft der Region. Weitere Informationen und spezifische Fördermöglichkeiten sind auf der Seite des Kreativ Bundes zu finden.