Am 5. April 2025 hat der Kölner Stadtrat entschieden, die Bewerbung der Rhein-Ruhr-Initiative für die Olympischen Spiele 2036 oder 2040 zu unterstützen. Dieses Engagement könnte einen bedeutenden Schritt in der Geschichte der Region darstellen, da sie bereits in der Vergangenheit versucht hat, Olympische Spiele auszurichten, wie 2012. Damals war Düsseldorf federführend, doch letztlich wurde Leipzig als deutscher Bewerber ausgewählt und London erhielt den Zuschlag vom IOC. Der Moderator der Initiative, Ministerpräsident Hendrik Wüst, setzt auf die positive Stimmung für Olympia in NRW.
Die Stadt Köln hat die Verwaltung beauftragt, den Entscheidungsprozess aktiv zu begleiten und die notwendigen Grundlagen zu schaffen. Wie der t-online.de berichtet, betont Oberbürgermeisterin Henriette Reker dabei die Wichtigkeit der Zustimmung der Kölner Bevölkerung für die Bewerbung. Im Rahmen des Verfahrens des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) wird ein intensiver Dialog mit der Zivilgesellschaft gefordert, um die Entscheidung zu legitimieren.
Strukturierte Planung und Bürgerbeteiligung
Die Verwaltung soll strukturelle Unterstützung leisten und gleichzeitig die Chancen sowie Risiken der Spiele offen kommunizieren. Ein Bürgerentscheid wird vorbereitet, um das Votum der Stadtgesellschaft einzuholen. Die Entscheidung des DOSB, welche im kommenden Jahr erwartet wird, könnte somit entscheidend für den Verlauf der Bewerbung sein. Im Zuge der Planung verfolgt die Initiative „Rhein Ruhr City 2036“ ein nachhaltiges Konzept, das sich an der Agenda 2030 der Vereinten Nationen orientiert.
Um eine nachhaltige Bewerbung zu gewährleisten, können 95% der Wettkampfstätten zur Verfügung stehen, was ein bedeutender Vorteil ist. Zehn Stadien mit mehr als 45.000 Zuschauerplätzen sowie zahlreiche Sporteinrichtungen sind bereits vorhanden, was den Ressourceneinsatz minimiert. Geplante Sportarten umfassen eine Vielzahl von Disziplinen, darunter beispielsweise Basketball und Handball in Düsseldorf, Hockey in Mönchengladbach sowie Gewichtheben und Karate in Essen.
Herausforderungen und Umweltüberlegungen
In einem globalen Kontext ist die Skepsis gegenüber den nachhaltigen Auswirkungen von Olympischen Spielen gewachsen. Ein Beispiel lässt sich im Münchener Olympiapark beobachten, der seit 1972 als Wahrzeichen der Stadt fungiert. Experten wie Martin Müller, Professor für Geographie, diskutieren die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte der Spiele. Diese Überlegungen gewinnen zunehmend an Bedeutung, da teure neue Stadien oft in Frage gestellt werden. Die Kritiker, darunter auch Grüne-Politiker, heben hervor, dass die sozialen Dimensionen bei der Planung oft ignoriert werden.
Die Erfahrungen aus vorherigen Olympischen Spielen, wie in Sotschi oder Rio de Janeiro, verdeutlichen die potenziell schädlichen sozialen und ökologischen Folgen. Martin Müller schlägt vor, Olympische Spiele in Zukunft in drei Städten weltweit zirkulieren zu lassen, um bestehende Infrastrukturen besser zu nutzen und die Nachhaltigkeit zu erhöhen.
Um auf die genannten Herausforderungen adäquat zu reagieren, ist es entscheidend, dass die Rhein-Ruhr-Region die Lehren aus der Vergangenheit zieht und einen verantwortungsvollen und transparenten Ansatz wählt. Die Entscheidung des DOSB im Frühjahr 2024 wird daher mit Spannung erwartet.