In Queensland, Australien, erleben die Menschen die schlimmsten Überschwemmungen seit 50 Jahren. Die verheerenden Wetterereignisse folgen auf extrem heftige Regenfälle, die dazu führten, dass viele Flüsse über die Ufer traten. Das Ausmaß der Flut ist schlimmer als die Katastrophe von 1974. Betroffen ist ein enorm großes Gebiet im Outback, das mittlerweile mit etwa 450.000 Quadratkilometern nahezu doppelt so groß ist wie der Bundesstaat Victoria und damit der Größe Schwedens entspricht. Besonders stark betroffen ist die Stadt Thargomindah, die etwa 1.100 Kilometer westlich von Brisbane liegt.
Landwirtschaftsminister Tony Perrett berichtet von einem katastrophalen Verlust von mindestens 100.000 toten oder mitgerissenen Nutztieren. Diese Verluste sind verheerend für die betroffenen Farmer und die gesamte Agrarindustrie, da viele von ihnen ihre Lebensgrundlage verloren haben. Der Premierminister David Crisafulli beschreibt das Ausmaß der Verwüstung als unfassbar. Die bereits steigenden Wassermassen lassen Meteorologen zu der Annahme kommen, dass weiterer Regen vorausgesagt ist, der die Situation noch verschlimmern könnte.
Evakuierungen und Notunterkünfte
Die Flut hat auch zahlreiche Häuser und Straßen unter Wasser gesetzt. Über 200 Anwohner suchten in der Nacht am örtlichen Flughafen Schutz, während viele Betroffene in ihren Autos oder Campervans übernachten mussten. Die Notlage erfordert koordinierte Maßnahmen der örtlichen Behörden, um den Menschen zu helfen und Überlebensressourcen bereitzustellen.
Die jüngsten Entwicklungen in Australien werfen auch Fragen nach der Klimapolitik auf. Das Land leidet schon länger unter extremen Wetterbedingungen, die stark schwanken. Während im Süden die Menschen unter extremer Hitze leiden, wird der Nordosten immer wieder von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht. So regnete es in Townsville in einer Woche so viel wie normalerweise im gesamten Jahr, was zur Ausrufung des Notstands führte, wie spiegel.de berichtet.
Klimawandel und wirtschaftliche Konsequenzen
Die extremen Wettermuster sind nicht nur eine Herausforderung für die Menschen vor Ort, sondern verursachen auch hohe wirtschaftliche Schäden. Versicherungsunternehmen scheuen sich häufig, Schäden abzusichern, und Experten warnen, dass weite Teile Australiens möglicherweise unversicherbar werden könnten. Ingenieure und Klimaaktivisten fordern dringende Maßnahmen zur Bekämpfung der Folgen des Klimawandels, da in den nächsten Jahrzehnten mit einer weiteren Zunahme extremer Wetterereignisse zu rechnen ist.
Der Kampf gegen den Klimawandel ist damit nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Während die australische Regierung durch Premier Scott Morrison für ihre unzureichende Klimapolitik Kritik einstecken muss, haben Schüler und Aktivisten verstärkt Proteste organisiert, um mehr Maßnahmen für den Klimaschutz zu fordern. Angesichts dieser Umstände bleibt abzuwarten, wie die Regierung auf die wiederholten Lobeshymnen auf die bestehende Struktur reagieren wird und ob sie ernsthafte Schritte zur Verbesserung unternimmt. In der Zwischenzeit zeigen die gegenwärtigen Überschwemmungen die fragilen Zerbrechlichkeiten des australischen Terrains auf, das sowohl von extremer Hitze als auch von vernichtenden Fluten betroffen ist.