Ein erneuter Vulkanausbruch auf der Reykjanes-Halbinsel in Island hat an Kraft verloren. Laut radioeuskirchen.de gibt es keine sichtbare vulkanische Aktivität mehr an der Eruptionsspalte, die vorübergehend eine Länge von rund 1.200 Metern hatte. Dennoch wurden vereinzelt Glühen an einem Erdriss und im Lavafeld festgestellt. Unterirdisch bleiben die seismischen Aktivitäten und Deformationen durch Magmabewegungen jedoch weiterhin aktiv, was die Möglichkeit neuer Vulkanspalten offenlässt, solange diese seismischen Aktivitäten andauern.
Am Dienstagvormittag begann der jüngste Vulkanausbruch, der den elften Ausbruch auf der Halbinsel seit März 2021 markiert und die achte Eruption seit Dezember 2023 darstellt. Trotz der anhaltenden seismischen Aktivität stellen diese Eruptionen in der dünn besiedelten Region in der Regel keine akute Gefahr für die Bevölkerung dar. Zu beachten ist, dass bei vorherigen Ausbrüchen drei Häuser in Grindavík von Lava erfasst wurden, jedoch verliefen die Lavamassen diesmal durch einen Schutzwall nördlich der Stadt. Aktuell gibt es auch Berichte über den Bruch einer Warmwasserleitung, während für den geräumten Ort Grindavík keine akute Gefahr besteht.
Hintergrund der vulkanischen Aktivitäten
Die seismische und magmatische Aktivität auf der Reykjaneshalbinsel nahm 2019 mit einem Häufung von Schwarmbeben ihren Anfang. Diese Aktivitäten verlagerten sich von dem Svartsengisystem zu Fagradalsfjall, wo zwischen März 2021 und Juli 2023 drei Eruptionen stattfanden. Die Intensität der Aktivitäten kehrte im Herbst 2023 ins Svartsengisystem zurück. Am 25. Oktober 2023 gab es einen starken Erdbebenschwarm mit mehr als 7000 registrierten Erdbeben, der die Gemeinden auf Alarmbereitschaft setzte, wie vulkane.net dokumentiert.
Diese Erdbeben, mit Magnituden bis zu 4,5, führten zu einer signifikanten Bodenerhebung im Thorbjörn-Gebiet. Bis zum 28. Oktober zeigte sich eine Anhebung des Terrains um drei Zentimeter in 48 Stunden, was bei den zuständigen Behörden Besorgnis hervorrief. Das Icelandic Meteorological Office erhöhte daraufhin die Warnstufe für den Luftverkehr auf Gelb, und die Gemeinde Grindavík bereitete sich sorgfältig auf einen möglichen Vulkanausbruch vor.
Die Vorbereitungen umfassten unter anderem den Bau von Schutzdeichen um das geothermische Kraftwerk Svartsengi, der am 8. November 2023 angekündigt wurde. Die Thermalressorts wie die Blaue Lagune mussten vorübergehend geschlossen werden. Am 10. November wurde Grindavík zur Gefahrenzone erklärt, und es kam zu Evakuierungsmaßnahmen aufgrund der Sorge um eine mögliche Eruptionsspalte innerhalb der Stadtgrenzen.
Auswirkungen der Eruptionen
Am 18. Dezember 2023 brach eine 3 km lange Spalte nördlich von Grindavík aus, wobei ein Lavafluss von etwa 100 m³/s festgestellt wurde. Diese Eruption selbst nahm bis zum 20. Dezember in ihrer Intensität ab, jedoch blieben zwei aktive Stellen vorhanden. Die Lava bestand aus tholeiitischem Basalt und wies ähnliche Eigenschaften wie die zuvor eruptierten Lavaströme von Fagradalsfjall auf, war jedoch „gereifter“. Ein weiterer Ausbruch am 14. Januar 2024 führte zur Zerstörung von drei Häusern in Grindavík, wobei die Lava entlang zweier Spalten floss.
Nach den Vulkanausbrüchen im Januar und Februar 2024 kam es erneut zu einer signifikanten Hebung des Geländes und der Magma stieg weiter auf. Infolge der fortdauernden vulkanischen Tätigkeit bleibt die Region jedoch vorerst in einem Status erhöhten Risikos, während die Behörden die Entwicklungen genau beobachten.