Am Montag, dem 24. März 2025, kam es in Gelsenkirchen, an der Wanner Straße, zu einem erschreckenden Vorfall, als ein Rettungswagen zu einer Bushaltestelle unterwegs war, um einem hilfsbedürftigen Menschen zu helfen. Plötzlich wurde das Rettungsteam von einem 41-jährigen Gelsenkirchener mit einer Schere bedroht. Der Mann schrie aggressiv und veranlasste die Sanitäter dazu, sich in den Wagen zurückzuziehen und die Polizei zu alarmieren. Diese konnte den Angreifer schließlich fesseln und fand die Schere, die er bei sich trug, in seiner Hosentasche. Es stellte sich heraus, dass der Mann offenbar stark alkoholisiert war und auf der Polizeiwache eine Blutprobe abgeben musste. Glücklicherweise blieb bei diesem Einsatz niemand verletzt. Die Polizei stellte die Schere sicher, um weitere Gefahren zu vermeiden, so Radio Emscher Lippe.
Gewalt gegen Rettungskräfte ist ein gesellschaftliches Problem, das in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gerückt ist. Der Vorfall in Gelsenkirchen ist nicht der erste dieser Art. Am 18. November 2024 mussten Bundespolizisten am Hauptbahnhof Gelsenkirchen Erste Hilfe an einem stark alkoholisierten Passanten leisten. Auch in diesem Fall war es der Einsatz von Rettungskräften, der durch das Verhalten eines alkoholisierten Mannes gefährdet wurde. Der 42-jährige polnische Staatsbürger, der vor Ort angetroffen wurde, hatte einen Atemalkoholtest von über drei Promille. Er wurde zur Identitätsfeststellung zur Bundespolizeiwache gebracht und anschließend in ein Krankenhaus gebracht, jedoch konnte zu diesem Zeitpunkt keine medizinische Untersuchung durchgeführt werden, da der Rettungswagen nicht agieren konnte, wie Presseportal berichtet.
Hintergrund zur Gewalt gegen Einsatzkräfte
Der Verein „HELFER sind TABU“ setzt sich seit fünf Jahren für die Interessen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rettungsdienst, der Polizei und der Feuerwehr ein. Der Fokus liegt auf der Prävention von Angriffen auf diese Einsatzkräfte. Eine vom Verein initiierte Studie zeigt erschreckende Erkenntnisse über die Gewalt gegen Rettungskräfte. In der Untersuchung wurden über 360.000 Rettungseinsätze in Rheinhessen zwischen 2019 und 2022 ausgewertet. Es wurden 76 Vorfälle registriert, darunter Körperverletzungen und Beleidigungen. Im Jahr 2021, verglichen mit der polizeilichen Kriminalstatistik, die 114 Gewalttaten in der Region belegte, verzeichnete die Studie lediglich 16 Fälle. Dies zeigt, dass Angriffe auf Rettungskräfte kein Massenphänomen sind, sondern dennoch ernst genommen werden müssen. Innenminister Michael Ebling betonte die gesellschaftliche Wertschätzung für die Einsatzkräfte und die Notwendigkeit, solche Übergriffe konsequent zu verfolgen, so die Analyse des Vereins DRK Rhein-Nahe.
Die Herausforderung, die im Zusammenhang mit Gewalt gegen Einsatzkräfte steht, erfordert dringend Maßnahmen zur Prävention und zum Schutz derer, die sich im Dienst an der Gesellschaft befinden. Angesichts der Vorfälle in Gelsenkirchen wird deutlich, dass sowohl die Öffentlichkeit als auch die verantwortlichen Institutionen hier gefordert sind, um eine sichere Umgebung für die Helfer zu schaffen.