Die Umweltberatung der Stadt Gütersloh setzt ab Montag, dem 24. März, einen wichtigen Schritt für den Umweltschutz und die Förderung der Biodiversität. Ab diesem Datum werden kostenlose, insektenfreundliche Wildblumensamenmischungen verteilt. Diese Aktion zielt darauf ab, Lebensräume für Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten zu schaffen, die in den letzten Jahren durch Monokulturen und Pestizidgebrauch stark gefährdet wurden. Die Details zur Abholung der Samen sind bereits bekannt gegeben: Interessierte können die Saatgutpackungen im Weltladen der Evangelischen Kirche in der Königsstraße 6 abholen.
Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 16 Uhr. Alternativ können die Samen auch bequem per Post angefordert werden. Hierfür genügt eine E-Mail an umweltschutz@guetersloh.de mit der entsprechenden Versandadresse. Pro Person können maximal zwei Tütchen abgeholt werden, wobei jedes Tütchen ausreichend ist, um ein bis zwei Quadratmeter Blühfläche zu bedecken.
Die Zusammensetzung der Mischung
Die Mischung besteht aus mehrjährigen, insektenfreundlichen Pflanzen, die speziell für Bienen und Schmetterlinge ausgewählt wurden. Enthalten sind verschiedene Wildblumen sowie Kultursorten wie Sonnenblumen, die dazu beitragen, die Nahrungsversorgung der Insekten zu verbessern. Ein wichtiges Merkmal dieser Saatgutmischung ist, dass sie nicht autochthon ist und daher nur im Siedlungsbereich ausgesät werden darf, nicht in der freien Landschaft. Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass bei der Ausbringung des Saatgutes die Verantwortung beim Anwender liegt, und gegebenenfalls eine Ausnahmegenehmigung bei den Naturschutzbehörden erforderlich ist.
Gemäß den Expert*innen sind insektenfreundliche Blumenmischungen nicht nur für Bienen und Schmetterlinge von Vorteil, sie fördern auch eine Vielzahl anderer Bestäuber. Die richtige Standortwahl und Pflege sind entscheidend für den Erfolg dieser Mischungen. Die Biomasse fliegender Insekten ist in den letzten 27 Jahren drastisch um mehr als 75 % zurückgegangen, was die Wichtigkeit solcher Initiativen unterstreicht. Wissenschaftler empfehlen, eine Mischung aus ein- und mehrjährigen Pflanzen anzulegen, um eine durchgehende Blühzeit zu gewährleisten und die Artenvielfalt im Garten oder in öffentlichen Grünanlagen zu fördern.
Praktische Tipps zur Umsetzung
Die Aussaat der Blumenmischung sollte im Zeitraum von März bis Juni erfolgen. Vor der Aussaat muss der Boden in einer Tiefe von 20 cm gelockert werden, und es empfiehlt sich, das Saatgut mit Sand zu mischen, um eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten. Nach der Aussaat ist es wichtig, das Saatgut regelmäßig zu gießen und unerwünschte Pflanzen in den ersten zwei Jahren zu jäten. Ein bis zwei Mähgänge pro Jahr sind empfehlenswert, um die Blühfläche gesund und attraktiv zu halten.
Durch die Schaffung von blühenden Flächen wird nicht nur die Lebensgrundlage zahlreicher Insektenarten gefördert, sondern auch ein ökologischer Mehrwert erreicht. Blumenwiesen tragen zur Vernetzung von Lebensräumen bei und leisten einen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel. Daher gewinnen solche Initiativen immer mehr an Bedeutung in der Stadtplanung und im allgemeinen Grünflächenmanagement.
Insgesamt zeigt dieses Projekt, wie wichtig es ist, aktiv gegen den Rückgang der Insektenpopulationen vorzugehen und gleichzeitig die Biodiversität zu fördern. Für weitere Informationen zur naturnahen Gartengestaltung können Interessierte die städtische Homepage besuchen oder sich direkt an die Umweltberatung wenden.