Am 29. März 2025 ist ein neues Lebenszeichen von Sonja N., einer deutschen Krankenschwester, aufgetaucht, die seit ihrer Entführung am 2. Mai 2018 in Mogadischu, Somalia, von der Terrormiliz Al-Shabaab festgehalten wird. Sonja N., die für das Internationale Rote Kreuz (IKRK) tätig war, wurde während eines Übergriffs auf das Rotkreuz-Gebäude entführt. Bewaffnete Männer stürmten das Gelände, umgingen die Sicherheitskräfte und entführten sie durch einen Hinterausgang mit einem Fahrzeug. Berichten zufolge half ein Sicherheitsmitarbeiter den Entführern dabei, was die Umstände ihrer Entführung noch dramatischer macht.
In einem kürzlich veröffentlichten Video appelliert Sonja N. an die deutsche Bundesregierung, insbesondere an Bundeskanzler Scholz, sie aus ihrer Situation zu befreien. Laut wa.de hat das IKRK das Video als echt verifiziert und fordert ihre unverzügliche und bedingungslose Freilassung. In dem etwa fünfeinhalbminütigen Clip trägt Sonja N. traditionelle, die meisten ihrer Körperteile bedeckende Kleidung und bittet um Unterstützung für ihre Rückkehr nach Deutschland. Zuvor hatte das IKRK seit der Entführung keine Informationen über ihren Verbleib erhalten, was die ausbleibende Rückkehr umso beunruhigender macht.
Der Hintergrund der Entführung
Sonja N. hatte vor ihrem Einsatz in Somalia seit 2014 für das IKRK in Krisengebieten wie Syrien und dem Kongo gearbeitet. Der damalige Verteidigungsminister Heiko Maas hatte eine geplante Befreiungsaktion durch die Bundeswehr in letzter Minute abgebrochen, aus Angst vor einem Blutbad. Al-Shabaab, die extremistische Gruppe, die Sonja N. festhält, forderte die unvorstellbare Summe von 20 Millionen US-Dollar für ihre Freilassung und drohte mit ihrer Ermordung sowie einem Weiterverkauf an den IS.Der Berliner Kurier berichtet, dass trotz einer groß angelegten Suchaktion die Krankenschwester nicht gefunden werden konnte.
Aufgrund der Komplexität des Konfliktes in Somalia bleibt die Lage angespannt. Seit 17 Jahren kämpfen die somalische Regierung und internationale Partner gegen Al-Shabaab. Trotz intensiver Anstrengungen seit 2022 ist es der somalischen Bundesregierung bisher nicht gelungen, militärische Erfolge gegen die Gruppe zu erzielen.
Die militärische und humanitäre Lage in Somalia
Die militärischen Konflikte in Somalia eint die Regionen, die von der somalischen Regierung kontrolliert werden, wobei die Hauptkämpfe sich auf die östlichen Gebiete konzentrieren. Präsident Hassan Sheikh Mohamud hat den Kampf gegen Al-Shabaab verstärkt, allerdings ist es der Regierung nicht gelungen, entscheidende territoriale Gewinne zu erzielen. Al-Shabaab fordert noch immer die Aussetzung ausländischer Truppen und die Umsetzung von Scharia-Recht und zeigt keine ernsthafte Bereitschaft zu Verhandlungen.
Die humanitäre Lage in Somalia ist alarmierend, da nahezu 8 Millionen Menschen dringend Hilfe benötigen. Experten argumentieren, dass ein Dialogprozess, möglicherweise mit der Unterstützung von Clanältesten oder Ländern wie Katar und der Türkei, für eine friedliche Lösung des Konflikts vorbereitet werden könnte. Gleichzeitig sind die Herausforderungen, die an Verhandlungen gebunden sind, erheblich. Die internationale Gemeinschaft muss auf die humanitären Bedürfnisse reagieren und einen Weg finden, um die katastrophale Situation zu entschärfen, in der auch Sonja N. gefangen ist.
Das Auswärtige Amt in Berlin bleibt bei Entführungsfällen deutscher Staatsbürger im Ausland äußerst zurückhaltend und äußert sich nicht zu solchen Vorfällen. Wegen der Geheimbewaffnung der Entführung und den laufenden Verhandlungen wird die Öffentlichkeit weiterhin nach Antworten suchen und hoffen, dass Sonja N. bald in Sicherheit ist.