Neil Young, der legendäre Folkrock-Musiker, äußert ernsthafte Bedenken über mögliche Einreiseprobleme in die USA. Die Sorgen wurden laut, als er von seiner bevorstehenden Europa-Tournee berichtete, die ihn diesen Sommer durch mehrere europäische Länder führen wird, bevor er wieder in die USA konzerte. Young, der sowohl die kanadische als auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, fürchtet, dass seine kritischen Äußerungen über Donald Trump während dieser Reise Konsequenzen für seine Rückkehr haben könnten. Er beschreibt mögliche Szenarien wie Verhaftung oder Schwierigkeiten bei der Einreise, was seine Pläne ernsthaft beeinträchtigen könnte. Laut Radio Herford gibt es seit dem Amtsantritt von Trump Berichte über verstärkte Kontrollen an den US-Grenzen.
Young selbst hat Trump als den schlechtesten Präsidenten in der Geschichte der USA bezeichnet. Diese harsche Kritik könnte ihm laut eigenen Aussagen zum Verhängnis werden, wenn er in die Vereinigten Staaten zurückkehrt. Trotz seiner Bedenken plant er, nach der Europa-Tournee in den USA aufzutreten.
Historie und Kontexte
Um die Sorgen und Ängste, die Young in Bezug auf seine Rückkehr in die USA äußert, zu verstehen, ist ein Blick in seine Vergangenheit notwendig. Neil Young verließ 1966 sein Geburtsland Kanada, um in Kalifornien nach Glück zu streben. Er erinnert sich an die glatten Straßen der USA im Vergleich zu den unebenen Highways in Kanada. Diese Reise war nicht nur eine Flucht, sondern ein Schritt in eine neue kulturelle Dimension, die von der Hippieära geprägt war. Dort fand er den „freien Geist“, der sein musikalisches Schaffen bis heute beeinflusst.
Obwohl Young mit Drogen und Alkohol aufgehört hat, hält er an den Idealen der Gegenkultur fest, einschließlich eines ausgeprägten Misstrauens gegenüber den Mächtigen. Sein neues Album „The Visitor“, aufgenommen mit der Band Promise Of The Real, spiegelt diese Geisteshaltung wider. Der Auftaktsong „Already Great“ ist sowohl eine Danksagung als auch ein Wutausbruch gegen die politischen Zustände in den USA. Themen wie soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte sind zentrale Elemente des Albums, das auch Songs wie „Fly by Night Deal“ und „Stand Tall“ enthält, die sich mit Frauenrechten und Rassismus auseinandersetzen.
Politisches Engagement und Musikalische Botschaften
Young und seine Mitmusiker setzen sich aktiv gegen politische Maßnahmen ein, die sie als diskriminierend empfinden. Ihre Botschaft ist klar: „No wall / No ban / No fascist USA“. Das Album „The Visitor“, welches unter dem Label Reprise/Warner erscheint, verbindet musikalische Qualität mit einem starken politischen Statement. Young, jetzt 73 Jahre alt, tritt in Zusammenarbeit mit jüngeren Musikern auf, die oft jahrzehntelang jünger sind als er. Diese Generationenübergreifende Zusammenarbeit bringt frischen Wind in seine Musik.
Das Schlussstück des Albums, „Forever“, behandelt die Bedeutung der persönlichen Verantwortung in einer zunehmend polarisierten Welt. Young, bekannt für seine poetischen Texte und die Verwendung von Licht- und Naturmetaphorik, bleibt ein relevanter Künstler, der die Zuhörer sowohl musikalisch als auch politisch anspricht.“