Herne steht vor einer finanziellen Aufbruchsstimmung, die im Rahmen eines umfassenden Investitionsprogramms der Bundesregierung angestoßen wurde. Kämmerer Marc Alexander Ulrich hat kürzlich angekündigt, dass die Stadt aus einem insgesamt 500 Milliarden Euro umfassenden Paket voraussichtlich jährlich etwa 20 Millionen Euro erhalten könnte. Diese Mittel sind für einen Zeitraum von 12 Jahren eingeplant und sollen in Schlüsselbereiche wie Bildung, Verkehr, Klimaschutz, Digitalisierung und Bevölkerungsschutz investiert werden. Der Kämmerer wünscht sich dabei ein stimmiges jährliches Budget, da bestehende Förderprogramme oft als kompliziert und aufwendig wahrgenommen werden. Herne benötigt dringend Gelder, die flexibel nach eigenen Bedürfnissen eingesetzt werden können. Dies ist besonders wichtig, da Nordrhein-Westfalen gemäß einer vorläufigen Berechnung 21 Prozent der Gesamtsumme erhalten soll, was den Kommunen in der Region zugutekommt, wie radioherne.de berichtet.
Ein zentrales Projekt, für das ebenfalls finanzielle Unterstützung bereitgestellt wird, ist die Entwicklung ehemaliger Bergbauflächen in Herne. Die Stadt hat eine umfassende „Entwicklungsstrategie“ für die Flächen des Bergwerks General Blumenthal und des Kraftwerks Shamrock ins Leben gerufen. Ziel ist es, die größte zusammenhängende Fläche der Stadt bis August 2028 ökologisch zu sanieren und wirtschaftlich zu nutzen. Hierzu fließen rund 3,6 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „STARK“ sowie 200.000 Euro aus Landesmitteln. Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur hebt die Bedeutung des Projekts hervor, insbesondere die Bürgerbeteiligung, die in den Planungsprozess integriert wird, wie in einem Bericht auf land.nrw zu lesen ist.
Ökologische Sanierung und wirtschaftliche Nutzung
Im Rahmen dieser Entwicklung ist die Ansiedlung von wissens- und technologieorientierten Unternehmen sowie Dienstleistungsbranchen vorgesehen. Geplant sind ein High- und Green-Tech-Quartier auf knapp 25 Hektar, mit einem hohen Anteil an Grünflächen. Die Initiative zur Errichtung der „Techno Ruhr International“ ist ebenfalls Teil dieses Vorhabens. Dabei wird auch ein nachhaltiges Mobilitätskonzept entwickelt, das unter anderem eine Seilbahnverbindung zum Hauptbahnhof Wanne-Eickel einschließt. Diese ambitionierten Pläne wurden zuletzt durch Förderbescheide unterstützt, die Ministerin Neubaur an Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda überreichte.
Das Projekt steht im Kontext des 5-Standorte-Programms der Landesregierung, das die Transformation in den Kohleregionen unterstützt. Insgesamt können bis zu 662 Millionen Euro an Bundesmitteln in diese Region fließen, um den Wandel hin zu nachhaltigeren Wirtschaftsstrukturen voranzutreiben.
Förderung von städtebaulichen Maßnahmen
Darüber hinaus gibt es in Nordrhein-Westfalen eine langjährige Unterstützung durch die Städtebauförderung, die dazu beitragen soll, Brachflächen, Plätze und Bauwerke langfristig zu entwickeln. Diese Finanzmittel stammen sowohl von der Landesregierung, als auch vom Bund und der Europäischen Union. Sie zielen darauf ab, die Attraktivität von Städten und Gemeinden als Wirtschafts-, Wohn-, Lebens- und Naturstandorte zu stärken. Im Jahr 2024 werden insgesamt 204 Projekte mit rund 416,3 Millionen Euro gefördert, um neue Plätze, Bürgerzentren und weitere kommunale Einrichtungen zu schaffen, was die positive Entwicklung in der Region weiter fördern wird, wie bezirksregierung-koeln.nrw feststellt.