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Freitag, 4. April 2025

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Vom Sauerland nach Amerika: Schicksale der Auswanderer im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert war die Auswanderung ein zentrales Thema nicht nur für das Sauerland, sondern für große Teile Deutschlands. In dieser Zeit verdienten viele Einwohner des Sauerlandes ihren Lebensunterhalt mit Land- und Forstwirtschaft sowie handwerklicher Arbeit. Doch mit der fortschreitenden Industrialisierung gerieten diese Berufe zunehmend in Gefahr. Angesichts der wachsenden wirtschaftlichen Unsicherheiten und der Suche nach besseren Lebensbedingungen wanderten viele Handwerker, wie in einem Podcast des Kultur.Labor Hochsauerlandkreis berichtet, in die USA aus, um dort neue Möglichkeiten zu finden. Besonders eindrucksvoll ist die Geschichte von Marita Middeke, einer Nachfahrin von Auswanderern, die über die Herausforderungen und Hoffnungen ihrer Vorfahren spricht.

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Die Ursachen für die Auswanderung aus dem Sauerland und anderen Regionen waren vielfältig. Hunger, Existenznot und politische Unterdrückung trugen entscheidend dazu bei, dass Menschen ihre Heimat verließen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Auswanderung nach Amerika jedoch noch kein Massenphänomen. Bis in die 1830er Jahre waren die meisten Auswanderer Einzelauswanderer; erst ab diesem Zeitraum verließen viele Familien und sogar ganze Dorfgemeinschaften ihr Zuhause. Die strukturellen Veränderungen in der Wirtschaft führten in vielen Orten zu einer Verarmung breiter Bevölkerungsschichten, was die Notwendigkeit zur Auswanderung verstärkte.

Lebensbedingungen und Herausforderungen

Die Lebensverhältnisse in vielen Gebieten, wie beispielsweise in Worringen, waren durch Armut geprägt. Kinder mussten oft mitverdienen, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Trotz des industriellen Aufschwungs, der um 1870 begann, ließ die Armut viele Menschen keine andere Wahl, als ihre Heimat zu verlassen. Zwischen 1815 und 1848 verließen etwa 600.000 Menschen das Gebiet des Deutschen Bundes, während zwischen 1816 und 1900 insgesamt etwa 5 Millionen deutschsprachige Auswanderer nach Amerika gingen. Viele handwerklich und landwirtschaftlich Tätige, oft besitzlos, suchten in der neuen Welt das Glück.

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Die Bedingungen auf den Schiffsreisen waren äußerst beschwerlich. Die meisten Auswanderer konnten sich keine Passagierkabine leisten und mussten in engen, unhygienischen Bedingungen im Schiffsbauch reisen. Die Reise dauerte oft zwischen 40 und 80 Tagen, und Krankheiten breiteten sich aufgrund der beengten Verhältnisse schnell aus. Die meisten Auswanderer berichten von ihren Erlebnissen in der neuen Heimat oft geschönt, während Rückkehrer häufig enttäuscht waren. Ein bekannter Vorfall war die Havarie der „Vierge Marie“ im Jahr 1854, bei der 27 von 130 Passagieren während der Überfahrt nach New York starben.

Die Auswanderer und ihre Spuren

Die Auswanderung aus Worringen und anderen Teilen Deutschlands hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft. Viele Auswanderer wurden in Amerika erfolgreich und trugen zum wirtschaftlichen und kulturellen Wachstum des Landes bei. Die Gründung von Familien und Unternehmen verlieh der deutschen Kultur in der Neuen Welt einen bleibenden Einfluss. Gleichzeitig hinterließ die Abwanderung eine Lücke in den zurückbleibenden Gesellschaften, was dort zu sozialen und wirtschaftlichen Problemen führte.

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Die Erzählungen von Auswanderern, wie sie in den zahlreichen Auflistungen und Sterbeeintragungen zu finden sind, bieten wertvolle Einblicke für Familien- und Ahnenforscher und helfen, die Geschichte dieser bewegten Zeit zu bewahren. Die Auswanderungsbewegung bleibt ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte Deutschlands und Amerikas, deren Auswirkungen bis heute zu spüren sind.

Weitere Informationen, Referenzen & Quellen:

https://www.nrwision.de/mediathek/geschichtsmomente-auswanderung-aus-dem-sauerland-im-19-jahrhundert-250402/
https://heimatarchiv-worringen.de/index.php/wussten-sie-schon/233-auswanderung-als-phaenomen-und-thema-des-19-jahrhunderts

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