Laura Kadur, eine ehemalige Pfarrerin in Köln und nun in Hochdahl tätig, erklärt in einem Video die vielschichtigen Bedeutungen des Begriffs „Kirche“. Sie erläutert, dass das Wort „Kirche“ seinen Ursprung im Altgriechischen hat und von „Kyriakon“ abgeleitet ist, was so viel wie „Gotteshaus“ bedeutet. Diese Wurzel wird im Verlauf der sprachlichen Entwicklung besonders in Mitteleuropa weiter ausgestaltet. Die Kirche versteht sich nicht nur als ein physisches Gebäude, in dem sich Gläubige versammeln, sondern auch als eine Organisation, die einer Glaubensgemeinschaft dient, die im Griechischen als „Ecclesia“ bezeichnet wird.
Der Begriff „Kirche“ ist zudem eng mit dem Christentum verbunden, das verschiedene Strömungen wie die römisch-katholische, evangelische und orthodoxe Kirche umfasst. Kadur betont, dass im Glaubensbekenntnis auf die „eine Heilige Christliche Kirche“ verwiesen wird, die Teil der Gottesbeziehung ist und die gesamte Welt umfasst. Insbesondere evangelische Christen bezeichnen ihre Gemeinschaft als eine „Kirche des Wortes“, die sich auf die Lehren von Jesus Christus stützt. Laut der evangelischen Tradition wird Jesus Christus als derjenige angesehen, der die Kirche aufbaut und erhält.
Die Fundamentale Rolle der Kirche
Die Bedeutung der Kirche wird weiter unterstrichen durch die biblische Aussage, dass die Kirche auf dem Fundament von Jesus Christus erbaut ist (1. Kor 3,11). Diese Institution ist definiert als die Versammlung aller Gläubigen, in der das Evangelium rein gepredigt und die Sakramente gemäß dem Evangelium gereicht werden. Diese Elemente sind entscheidend, um die Gemeinschaft des Glaubens zu stärken und zu fördern. Der Glaube, wie er in der evangelischen Theologie verstanden wird, entsteht durch die Verkündigung des Wortes Gottes, das Menschen zum Glauben führen möchte (Röm 1,16; Mt 28,18-20).
Die Mitglieder der Kirche, die durch ihren Glauben an den dreieinigen Gott verbunden sind, fügen sich zu einem Leib Christi zusammen und bilden die Gemeinde. Interessanterweise wird auch die Unterscheidung zwischen der verborgenen und sichtbaren Kirche thematisiert. Während die echte Glaubensgemeinschaft oft dem weltlichen Blick verborgen bleibt, wird sie durch die Evangeliumsverkündigung sichtbar. Die äußere Ordnung der Kirche ist entscheidend, um die richtige Predigt des Evangeliums und die sakramentale Praxis sicherzustellen.
Die Aufgaben und Ziele der Kirche
Eine der grundlegendsten Aufgaben der Kirche besteht darin, die Botschaft von der freien Gnade Gottes an alle Menschen zu verkünden. Die evangelische Theologie hebt hervor, dass die richtige Verkündigung des Evangeliums und die Feier der Sakramente die Kennzeichen der wahren Kirche sind. Auch das Predigtamt, das von Gott eingesetzt ist, spielt eine zentrale Rolle und muss sorgfältig geordnet werden.
Einzelgemeinden repräsentieren die primäre Verwirklichung der katholischen Kirche und zeigen die geistliche Verbundenheit untereinander. Dieser Aspekt ist besonders wichtig, da die einzelnen Kirchen ihr Verhältnis zu anderen Kirchen ordnen müssen, um diese Verbundenheit zu verdeutlichen. Ökumenische Bemühungen zielen darauf ab, die Einheit des Leibes Christi zu bezeugen und zu fördern. Der Schwerpunkt liegt auf der Erklärung und Praktizierung einer vollen Kirchengemeinschaft, die die Einheit des Leibes Christi sichtbar macht.
Die Auseinandersetzung mit dem Begriff und der Rolle der Kirche zeigt, dass sie weit mehr ist als ein Ort der Versammlung. Sie ist ein zentraler Bestandteil des Glaubenslebens und ein Zeugnis für die Gemeinschaft der Gläubigen in der Welt. Das Verständnis von Kirche und deren Aufgaben wird sowohl in den Worten von Laura Kadur als auch durch die theologischen Grundlagen der evangelischen Tradition geprägt.