Der Trend zu Nachtzügen in Europa nimmt kontinuierlich zu, und Deutschland bildet hierbei keine Ausnahme. Insbesondere die Nachtzugverbindungen von Mainz und Koblenz erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Dies berichtete Noah Wand vom Fahrgastverband Pro Bahn Rheinland-Pfalz/Saarland, der die hohe Nachfrage nach diesen Reisen hervorhob. Reisende haben nun die Möglichkeit, bequem nachts zu reisen und am nächsten Morgen erfrischt an ihrem Ziel anzukommen.
Aktuelle Nachtzugverbindungen von Mainz und Koblenz bieten verschiedene Optionen ohne Umstiege. Zu den beliebten Zielen zählen Wien, Berlin, Brüssel, Amsterdam, Zürich und Paris. Die Verbindungen sind insgesamt gut durchgängig, was das Reisen zusätzlich erleichtert. Beispielsweise wird für die Verbindung nach Wien ein Zwischenstopp in Städten wie München Ost und Salzburg angeboten, während nach Berlin Halte in Frankfurt/Main (Süd) und Halle (Saale) vorgesehen sind. Für weitere internationale Reisen sind Halte in Bonn-Beuel, Köln und Aachen vorgesehen, wie sol.de detailliert berichtet.
Nachtzugreisen im Detail
In Nachtzügen können verschiedene Reisekategorien gebucht werden. Dazu gehören Sitzplätze, Liegeplätze und Schlafabteile, die auch für Gruppenreisen genutzt werden können. Eine Neuerung sind die Mini Cabins, die kleinen Schlafkapseln, in denen Reisende privat übernachten können. Die Buchungsmöglichkeiten sind vielfältig: Tickets können über die Webseite des „Nightjets“, bei der Deutschen Bahn oder in Verkaufsstellen der DB erworben werden. Experten empfehlen, die Tickets optimalerweise sechs Monate vor Reisebeginn zu buchen, um von günstigeren Preisen zu profitieren.
Die Preisgestaltung ist ebenfalls attraktiv. Eine Liege im Sechser-Liegewagen beginnt bereits ab 49,90 Euro, während ein Platz im Triple-Schlafwagen ab 79,90 Euro erhältlich ist. Für barrierefreies Reisen stehen Plätze zur Verfügung, allerdings sollte beachtet werden, dass die Zugänge enge Gänge und unterschiedliche Einstiegshöhen aufweisen. Reisende mit Einschränkungen wird geraten, sich direkt an die Mobilitätszentrale der Deutschen Bahn zu wenden.
Der ADAC-Report zu Nachtzügen
Eine umfassende Untersuchung durch den ADAC, die 21 Nachtzugverbindungen in Europa unter die Lupe nahm, belegt den immer stärker werdenden Zuspruch zu diesen Reiseformen. Laut den Ergebnissen können sich 42% der Deutschen vorstellen, mit einem Nachtzug zu reisen. Besonders bei den jüngeren Reisenden, im Alter zwischen 18 und 39 Jahren, ist die Zustimmung sogar mit 52% signifikant höher. Die Vorteile sind klar: entspannter Reisen und ausgeschlafen am Ziel ankommen.
Die untersuchten Verbindungen führten aus sieben deutschen Städten wie Berlin, Hamburg, München und Köln zu verschiedenen europäischen Metropolen. Die Analyse hat gezeigt, dass sieben Verbindungen als gute Direktverbindungen eingestuft werden konnten, die maximal 15 Stunden Reisezeit und kein Umsteigen erforderten. Ein Beispiel hierfür ist die Verbindung von Berlin nach Stockholm, die mit einer Reisezeit von 15:20 Stunden und einem Preis von 96,90 Euro aufwarten kann.
Allerdings gibt es auch kritischere Aspekte. Die Untersuchung ergab, dass von 105 theoretisch möglichen Verbindungen lediglich 55 den Kriterien für Nachtzüge entsprachen. Zudem wird auf Buchungsprobleme hingewiesen, da es kein einheitliches Buchungsportal für internationale Verbindungen gibt. Viele Reisende, etwa 53%, bevorzugen deshalb das Buchen am Schalter oder im Reisebüro. Der ADAC empfiehlt zudem, Tickets rechtzeitig, circa vier bis sechs Wochen im Voraus, zu buchen, um Enttäuschungen über ausgebuchte Verbindungen zu vermeiden.