Am Dienstag, den 1. April 2025, wurde eine 80-jährige Frau in Oberhausen-Alstaden Opfer eines raffinierten Betrugs. Gegen 13:45 Uhr erhielt die Seniorin einen Anruf von einer unbekannten Nummer. Der Anrufer gab sich als Mitarbeiter der Nationalbank aus und informierte sie über einen angeblichen unberechtigten Abbuchungsversuch in Höhe von 4.500 Euro. Die Frau wies die Transaktion zurück, doch dies führte zu einer weiteren Eskalation des Falls. Der Anrufer erklärte, dass ihr Konto gesperrt werden müsse, und leitete sie an einen vermeintlichen Polizeibeamten weiter.
Dieser Beamte bot an, persönlich vorbeizukommen, um die Bankkarte der Frau für eine Untersuchung abzuholen. Um 14:30 Uhr erschienen dann tatsächlich ein unbekannter Mann an ihrer Tür, der die Wohnung betrat und die Bankkarte samt PIN entgegennahm. Erst nachdem die 80-Jährige ihrer Tochter von diesem Vorfall berichtet hatte, wurde schnell reagiert und die Karte gesperrt; glücklicherweise waren bis zu diesem Zeitpunkt keine Abbuchungen erfolgt. Die Polizei Oberhausen wurde über den Vorfall informiert und bittet um Mithilfe.
Warnung der Polizei
Die Polizei hat nun eindringlich vor dieser Betrugsmasche gewarnt, die insbesondere ältere Menschen ins Visier nimmt. Die Täter agieren oft mit psychologischem Druck und versuchen, das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen. Dies geschieht nicht nur am Telefon, sondern kann auch an der Haustür vorkommen, wie eine Broschüre von Polizei-Beratung zeigt. Hier werden nicht nur falsche Polizeibeamte, sondern auch andere Betrugsmaschen wie das Vortäuschen von Notlagen thematisiert.
Die Beschreibung des Täters, der die Bankkarte entgegennahm, weist ihn als männlich, etwa 170 bis 175 cm groß, korpulent mit europäischem Erscheinungsbild und ohne erkennbaren Akzent aus. Hinweise zu dem Vorfall können unter der Telefonnummer 0208 – 826-0 oder per E-Mail an poststelle.oberhausen@polizei.nrw.de gegeben werden.
Tipps zum Schutz vor Betrug
Die Polizei hat eine Reihe von Ratschlägen veröffentlicht, um Bürger vor solchen Betrugsversuchen zu schützen:
- Geben Sie am Telefon niemals persönliche Daten oder Kontoinformationen preis.
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen; legen Sie auf, wenn jemand verdächtig erscheint.
- Übergeben Sie niemals Bankkarten oder PINs an fremde Personen.
- Kontaktieren Sie bei Verdacht umgehend die Polizei unter der Nummer 110.
- Informieren Sie Ihre Angehörigen und Mitmenschen über aktuelle Betrugsmaschen.
Obwohl die Kriminalität unter älteren Menschen insgesamt zurückgegangen ist, ist das Phänomen des Betrugs in den letzten Jahren gestiegen. Eine Studie des Max-Planck-Instituts zeigt, dass ältere Straftäter überwiegend Männer sind und meist aus der Mitte der Gesellschaft stammen. Ältere Menschen sind oft überrepräsentiert bei Straftaten, die aus einer besonderen Schwäche heraus begangen werden, was durch soziale Faktoren verstärkt wird, wie das Deutschlandfunk berichtet.
Die vorliegenden Fälle verdeutlichen, wie wichtig es ist, Informationen über Betrugsmaschen zu verbreiten und ältere Menschen in ihrem Umgang mit finanziellen Angelegenheiten zu sensibilisieren. Der demografische Wandel sorgt zudem dafür, dass solche Präventionsmaßnahmen besonders notwendig sind: Immer mehr ältere Menschen leben allein und könnten somit leichter Ziel von Betrügern werden.