In Oberhausen hat der 15-jährige Lukas Ramsayer eine bemerkenswerte Leistung erbracht, die ihn in die Welt des Kanu-Freestyle katapultiert hat. Am 5. April 2025 gelang es ihm, sich für die Weltmeisterschaft im Freestyle-Kanu zu qualifizieren, die im Juni desselben Jahres in Plattling, Deutschland, stattfinden wird. Mit einer Gesamtpunktzahl von 148,33 Punkten sicherte sich Ramsayer den ersten Platz in der U18-Kategorie der WM-Qualifikation. Er setzte sich gegen starke Konkurrenz durch, darunter Mads Barwich, der mit 146,67 Punkten den zweiten Platz belegte, und Tim Beck, der mit 60,00 Punkten den dritten Platz erreicht hat.
Die Qualifikationswettkämpfe fanden an der Isarwelle in Plattling statt, einer international renommierten Location, die aufgrund ihrer anspruchsvollen Bedingungen bekannt ist. Das niedrige Wasser erschwerte die Durchführung von Tricks, was sich auch in den Punktzahlen der Athleten widerspiegelte. Im Finale erzielte Ramsayer, trotz seiner soliden Leistung, deutlich weniger Punkte als üblich, da die Wettbewerbsbedingungen nicht optimal waren.
Herausforderungen der Isarwelle
Die Isarwelle hat sich als eine Herausforderung für die Athleten erwiesen. Aufgrund des niedrigen Wasserstandes fehlt es an dem nötigen Sog, um höhere Punkte bei den ausgeführten Tricks zu erzielen. Dies ist besonders frustrierend, da im Kanu-Freestyle Bonuspunkte für besonders hohe Sprünge vergeben werden. Dennoch entschied sich Ramsayer, eine sichere Taktik zu wählen, um die Herausforderungen zu meistern und seine Qualifikation zu sichern. Er beendete die Vorläufe als Dritter von insgesamt acht Startern und konnte somit ins Finale einziehen.
Ramsayer, der bereits 2024 bei der Europameisterschaft in Graz an den Start ging und den 23. Platz belegte, hat viel Erfahrung und plant, sich bestmöglich auf die bevorstehenden Wettkämpfe vorzubereiten. Sein Trainer Quim Fontane, selbst ein ehemaliger Freestyle-Weltmeister, unterstützt ihn dabei, und Ramsayer plant, dafür insgesamt 100 Mal in Plattling zu trainieren.
Die Zukunft im Kanu-Freestyle
Lukas Ramsayer freut sich darauf, an der bevorstehenden Heim-Weltmeisterschaft teilzunehmen. Sein Ziel ist es, seine Tricks in einem durchgehenden Lauf zu vereinen und diese konstant auszuführen. Zusätzlich plant er, in die Wildwasser-Saison einzusteigen und an Herausforderungen wie der Befahrung der Wellerbrücke-Strecke auf der Ötztaler Ache teilzunehmen.
Die Wettkämpfe in Plattling, die am Freitag und Samstag stattfinden, ziehen eine Vielzahl von Athleten an. Over 70 Teilnehmer werden in insgesamt 15 Bootsklassen an den Start gehen, um ihre Fähigkeiten in der Kunst des Kanu-Freestyle zu demonstrieren. Die Wettkämpfe beginnen um 8 Uhr und enden mit den Finals am Samstag.
Zusätzlich ist Ramsayers Familie ebenfalls vom Kanu-Freestyle begeistert. Seine jüngeren Brüder, Felix (13) und Simon (11), sind aktiv in dieser Sportart, jedoch noch zu jung, um an einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu können. Dies zeigt, wie die Leidenschaft für das Kanu-Freestyle in der Familie Ramsayer verwurzelt ist und die nächsten Generationen inspiriert.
Die Plattlinger Sohlschwelle, auf der die Wettkämpfe stattfinden, ist kunstvoll angelegt und bietet eine breite Walze, die für viele Freestyle-Sportler von Vorteil ist. Die Disziplin selbst hat sich aus dem Wildwasser-Kanusport entwickelt und ist nach wie vor relativ jung. Bei Wettkämpfen zeigen Athleten Figuren wie Drehungen, Überschläge und Sprünge, die von Schiedsrichtern bewertet werden. Diese Kombination aus Technik, Kreativität und Geschwindigkeit macht den Kanu-Freestyle zu einer aufregenden Sportart mit wachsenden internationalen Perspektiven.