Am 30. März 2025 wurde im Museum Schlosspark in Bad Kreuznach eine neue Buchveröffentlichung vorgestellt, die den Bewohnern des Ritterguts Bangert von der Zeit des 17. bis ins 20. Jahrhundert gewidmet ist. Dieses Buch, verfasst von Dr. Angela Nestler-Zapp, der langjährigen Direktorin der Bad Kreuznacher Museen, bietet einen facettenreichen Einblick in die Geschichte und Entwicklung des Ritterguts sowie seiner Bewohner. Dr. Nestler-Zapp leitete die Museen über 25 Jahre und bringt ihre umfangreiche Erfahrung in diese Veröffentlichung ein.
Im Zentrum der Publikation stehen die Menschen, die die Geschichte des Rittergutes und der Region Bad Kreuznach maßgeblich geprägt haben. Die Autorin thematisiert die Entwicklung des Ritterguts Bangert, das sich als ein Mustergut für fortschrittliche landwirtschaftliche Methoden etablierte. Die adligen und großbürgerlichen Bewohner werden ebenso berücksichtigt, was das Buch besonders attraktiv für Geschichtsinteressierte macht. Neben der umfassenden Darstellung des Lebens auf dem Gut werden auch spannende Anekdoten über bedeutende Persönlichkeiten wie die Prinzessin und Landwirtin Henriette Amalie von Anhalt-Dessau erzählt.
Historische Hintergründe des Ritterguts Bangert
Das Rittergut Bangert, auch bekannt als Amalienschloss, hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1326 zurückreicht, als es erstmals urkundlich erwähnt wurde. Laut Informationen von Wikipedia erlebte das Anwesen in der Renaissance eine Blütezeit als Wasserschloss und umfasste damals etwa 1500 preußische Morgen. Der Besitz wechselte im Laufe der Jahrhunderte häufig die Hände; 1771 wurde er von der Prinzessin Henriette Amalie von Anhalt-Dessau erworben, die dem Anwesen ihren Stempel aufdrückte.
Im Jahr 1802 kam das Rittergut in den Besitz von Andreas van Recum, der später auf den Grundmauern eines alten Burgsitzes ein Wohnhaus errichten ließ. Unter der Leitung seiner Familie erfuhr das Gut bedeutende Renovierungen und Erweiterungen, wie etwa die Umgestaltung des Parks in einen Landschaftspark. Diese Schönheitsarbeiten, einschließlich der Eisenkandelaber, die aus der Puricellischen Eisenhütte stammen, sind von nachhaltiger Bedeutung für das heutige Erscheinungsbild des Gutes.
Gesellschaftliche Aspekte und lebendige Erzählungen
Ein besonders spannendes Element des Buches stellt ein fiktives Tischgespräch aus dem Jahr 1876 dar, das verschiedene historische Persönlichkeiten und Ereignisse im Schloss vereint. Es vermittelt einen eindrucksvollen Eindruck von den gesellschaftlichen Verhältnissen der damaligen Zeit. Ebenso wird die Familienchronik der Familie van Recum präsentiert, die interessante Details über das Anwesen und das Leben seiner Bewohner aufzeigt.
Insgesamt bietet der Museumsführer nicht nur fachliche Inhalte, sondern vereint diese mit einem modernen ästhetischen Anspruch, der die Leser anspricht und ihnen ein lebendiges Bild der Geschichte der Stadt Bad Kreuznach vermittelt. Die Geschichten über die Eigentümerfamilien van Recum und Puricelli, die als wohlhabende Einwanderer aus den Niederlanden und Italien in der Region Fuß fassten, tragen zur tiefen Verankerung der historischen Erzählungen im modernen Kontext bei.
Die Publikation ist ein wertvoller Beitrag zur historischen Aufarbeitung und trägt dazu bei, die Bedeutung des Ritterguts Bangert und seiner Bewohner für die Region herauszustellen. In der heutigen Zeit, in der viele Orten eine Geschichte erzählen, bleibt das Rittergut Bangert eines der faszinierendsten Kapitel der Bad Kreuznacher Geschichte.