Der Bund plant ambitiousierte Schritte zur Verbesserung der Wohnsituation in Koblenz. Laut SWR stehen die bevorstehenden Bauprojekte in direktem Zusammenhang mit dem wachsenden Bedarf an Wohnraum für Bundesbeamte, Soldaten und Bundespolizisten. Insgesamt sollen mehr als 300 neue Wohnungen entstehen, das Projekt auf der Pfaffendorfer Höhe umfasst sowohl Neubauten als auch umfassende Sanierungsmaßnahmen bestehender Mehrfamilienhäuser.
Ab dem kommenden Jahr werden rund 250 Wohnungen umfassend kernsaniert. Diese Maßnahme umfasst unter anderem die Aufstockung der Gebäude, wodurch zusätzliche 200 Wohnungen gewonnen werden, während der Bau von 100 Neubauwohnungen das Angebot weiter steigern wird. Die Wohnanlage wird auch von einer umfassenden Neugestaltung der Außenanlagen profitieren.
Bauphase und Umzugsorganisation
Der erste Bauabschnitt beginnt 2026 mit der Kernsanierung von 48 Wohnungen in der Ludwig-Beck-Straße und wird voraussichtlich 1,5 bis 2 Jahre in Anspruch nehmen. Mieter müssen in bereits sanierte Ausweichwohnungen umziehen, wobei die Organisation und die Kosten von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übernommen werden. Um die Lärmemissionen und den Staub während des Bauprozesses zu minimieren, wird in Modulbauweise gearbeitet.
Die Wohnungen sollen am unteren Rand des ortsüblichen Mietpreises angeboten werden. Die Maßnahmen zielen darauf ab, den örtlichen Wohnungsmarkt zu entlasten und Preiserhöhungen entgegenzuwirken. Die Gesamtkosten für das Projekt werden mit etwa 130 bis 150 Millionen Euro beziffert, und es wird erwartet, dass die Siedlung Platz für rund 500 Menschen bieten wird. Der Abschluss der Arbeiten ist für 2032 angesetzt.
Sanierung des Kurfürstlichen Schlosses
Parallel zu den Bauprojekten in Koblenz steht eine umfassende Sanierung des historischen Kurfürstlichen Schlosses an. Laut ABB Rheinland-Pfalz wird die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ab 2025 mit der Gesamtsanierung des denkmalgeschützten Gebäudes beginnen, das bereits seit Dezember 2002 Teil des Weltkulturerbes „Oberes Mittelrheintal“ ist.
Das Schloss, das Ende des 18. Jahrhunderts erbaut wurde und im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört wurde, hat eine bewegte Geschichte. Der Innenausbau erhielt in der Nachkriegszeit modernen Charakter und wurde zuletzt 1998 umfassend restauriert. Die anstehende Sanierung hat das Ziel, die Bausubstanz denkmalgerecht zu erhalten und gleichzeitig moderne technologische Standards zu integrieren. Die Gesamtkosten für diese Sanierungsmaßnahmen belaufen sich auf 178 Millionen Euro.
Die Sanierung erfolgt in zwei Bauabschnitten, wobei der erste mit der Übergabe bis 2028 abgeschlossen werden soll. Die Arbeiten werden unterbrochen, um während der Bundesgartenschau 2029 keine baulichen Aktivitäten zu stören. Barrierefreiheit soll durch neue Aufzugsanlagen in den Zirkularbauten erreicht werden.
Für die laufenden und künftigen Sanierungsprojekte gibt es ab Januar 2025 die Möglichkeit, von verschiedenen Förderprogrammen zu profitieren. Laut Business Leaders stehen sowohl Zuschüsse als auch Kredite zur Verfügung, um die energetische Sanierung denkmalgeschützter Gebäude zu unterstützen, die für viele Eigentümer eine wertvolle finanzielle Entlastung darstellen können. Das Programm „Jung kauft Alt“ beispielsweise fördert den Erwerb sanierungsbedürftiger Immobilien zur Selbstnutzung.
Insgesamt bereitet sich Koblenz auf eine entscheidende Phase der städtischen Entwicklung vor, in der sowohl der Wohnungsbau als auch die Erhaltung des historischen Erbes im Mittelpunkt stehen. Die Maßnahmen versprechen, die Lebensqualität in der Stadt erheblich zu verbessern und sind darauf ausgerichtet, den Bedürfnissen der Bürger gerecht zu werden.