In der Stadt Lahnstein steht eine hitzige Debatte um die Verkehrssituation in Oberlahnstein im Mittelpunkt. Die Stadtverwaltung hat bereits eine klare Fahrtrichtung in der Adolfstraße für ihr Verkehrskonzept festgelegt, was auf Widerstand bei Anwohnern stößt. Der Unmut in der Bevölkerung wächst, insbesondere bei den Anwohnern der Sebastianusstraße, Ostallee und Nordallee, die sich durch den Verkehr übermäßig belastet fühlen. Sie fordern eine Umkehrung der aktuellen Regelung in der Adolfstraße. Dies berichtet rhein-zeitung.de.
Vor diesem Hintergrund haben die Grünen in Lahnstein eine Bürgerbefragung zu den Verkehrsanliegen in Oberlahnstein vorgeschlagen. Diese soll der Erfassung der Meinungen der Lahnsteiner Bürger dienen und sie aktiv in den Planungsprozess einbeziehen. Ein wesentlicher Kritikpunkt der Grünen ist, dass das rheinland-pfälzische Gemeinderecht keine Durchführung einer solchen Befragung erlaubt. Trotzdem sind sie der Meinung, dass eine zeitnahe Einbindung der Bevölkerung Klarheit über die Stimmungslage schaffen und den Konsens zwischen verschiedenen Interessengruppen fördern könnte. Dies erklärte eine Sprecherin der Grünen gemäß blick-aktuell.de.
Einwohnerversammlung und unterschiedliche Ansätze
Am 26. März 2025 fand in Lahnstein eine Einwohnerversammlung statt, die von intensiven Diskussionen zwischen einer Bürgerinitiative, die sich für die alte Verkehrsführung einsetzt, und der Stadtverwaltung, die eine Ringlösung propagiert, geprägt war. Die Grünen haben in diesem Zusammenhang auch einen Vorschlag für eine objektive Bürgerbeteiligung unterbreitet, die in Form eines Briefwahlverfahrens stattfinden könnte. Dieses Vorgehen soll Transparenz und breite Zustimmung in der Bevölkerung für zukünftige Planungen herstellen.
Die Grünen erläuterten außerdem zentrale Anliegen, die unabhängig von der gewählten Verkehrsführung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Lebensqualität beitragen sollen. Dazu gehören die Umsetzung eines schulwegorientierten Radwegekonzepts und die Einführung zusätzlicher Tempo-30-Zonen. Sie sehen die Ringlösung und die Rückkehr zur alten Verkehrsführung als zwei verschiedene Ansätze innerhalb eines größeren Konflikts, der einer klärenden Bürgerbefragung bedarf.
Der Kontext kommunaler Verkehrsplanung
Die Diskussion um das Lahnsteiner Verkehrskonzept ist eingebettet in grundlegende Überlegungen zur kommunalen Verkehrsentwicklungsplanung, welche die Lebensqualität in den Städten erheblich beeinflusst. Laut den Erkenntnissen des Umweltbundesamtes erfolgt kommunale Planung nicht nur durch die Festlegung von Flächen für Pkw und Lkw, sondern umfasst auch die Bedürfnisse von Fußgängern und Radfahrern sowie die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Die Integration aller Mobilitätsformen ist ein zentraler Bestandteil einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung.
Mit der Notwendigkeit, etwaige Verkehrsprobleme anzugehen, ist die Umsetzung innovativer Verkehrsstrategien und -maßnahmen gefordert. Diese sollen nicht nur den Verkehrsfluss verbessern, sondern auch die Wohnqualität der Anwohner steigern und den Luft- sowie Lärmschutz berücksichtigen.