Am 30. März 2025 hat Oliver Kern, ein renommierter Pianist aus Frankfurt, sein sechstes Konzert im Rahmen der Aufführung aller 32 Klavier-Sonaten von Ludwig van Beethoven in der Südwestpfalz gegeben. Die Veranstaltung, die in der Stadt Zweibrücken stattfand, erfreute sich großer Beliebtheit. Kern moderierte das Konzert selbst und lieferte mit seinem pianistischen Können nicht nur musikalische Darbietungen, sondern auch tiefgehende Erklärungen zu den ausgewählten Stücken.
Kern thematisierte die harmonischen Verbindungen, die die gespielten Sonaten prägen. Besonders die Töne in E-Dur, die mit Emotionen wie Liebe und Trauer assoziiert werden, bildeten einen zentralen Punkt des Abends. Die ersten beiden Werke des Programms waren durchgängige Beispiele für diese Leichtigkeit, die Kern virtuos umsetzte. In der Sonate Nr. 9 op. 14/1 gelang es ihm, ein reflektiertes und temperamentvolles Spiel zu zeigen, das mit einem kraftvollen Einstieg begann. Das Thema der Sonate entfaltete sich wie eine Erzählung ohne Worte, die den Zuhörern viel Raum für eigene Interpretationen bot.
Vertiefung und Ausdruck
Der langsame Mittelsatz der Sonate wurde von Kern als tönendes Relief gestaltet, während die finale Coda mit markanten, leidenschaftlichen Klängen endete. In der darauf folgenden Sonate Nr. 10 op. 14/2 in G-Dur zeigte er, wie fein er Nuancen und auch harsche Ecken interpretieren kann. Lyrische Momente und kraftvolle Schlussakkorde wurden klar konturiert und erzeugten ein intensives Hörerlebnis.
Ein Highlight des Abends war die Aufführung der Sonate Nr. 17 op. 31/2 in d-Moll, bekannt als die „Sturmsonate“. Diese Komposition, die nach Shakespeares „The Tempest“ geschrieben wurde, ist ein bemerkenswerter Ausdruck von äußerer Bedrohung und innerem Aufgewühltsein. Der erste Satz begann leidenschaftlich und emphatisch, gefolgt von einen Wechsel zwischen innerer Unruhe und klaren thematischen Strukturen, die Kern eindrucksvoll darbot.
Beeindruckende Schlussakkorde
Die letzte Sonate des Abends, die Nr. 30 op. 109 in E-Dur, stellte einen Bruch mit dem klassischen Sonatenhauptsatz dar. Kerns Interpretation des ersten Satzes, der ein erzählerisches Thema zwischen Dur und Moll präsentierte, war faszinierend. Der untypisch langsame Schlusssatz basierte auf einer barocken Sarabande, die Kern mit hellen Akzenten und einem getragenen Stil präsentierte. Nach dem begeisterten Applaus bedankte sich der Künstler mit einem extravaganten Stück, der Fantaisie impromptu von Frédéric Chopin.
Die Bedeutung von Beethovens Klavierwerken in der Musikgeschichte ist unbestritten. Insgesamt hat der Komponist 32 Sonaten für Klavier geschaffen, die oft als das „Neue Testament“ der Klavierliteratur bezeichnet werden. Kerns Aufführung trägt dazu bei, das reichhaltige Erbe von Beethoven lebendig zu halten und einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen, was sowohl in der Tradition als auch in der Innovation der klassischen Klaviermusik manifestiert ist Rheinpfalz, IMSLP), Wikipedia.