Der Konflikt um das DLRG-Vereinsheim in Gießen, das vor mehreren Jahren durch einen verheerenden Brand stark beschädigt wurde, zieht sich mittlerweile über lange Jahre hin. Bereits am 7. Januar 2017 kam es zu dem Vorfall, bei dem das Restaurant „Aura“ bis auf die Grundmauern abbrannte. Umstritten ist, ob unsachgemäße Schweißarbeiten auf dem Dach für das Feuer verantwortlich waren. Wie giessener-anzeiger.de berichtet, plant die DLRG nun rechtliche Schritte gegen den ehemaligen Pächter des Restaurants, Dimitri Skartsanis, um Mietrückstände und Schadensersatz einzufordern.
Der Brand führte zur vollständigen Zerstörung des Gebäudes und zur Schließung des Vereinsheims. In den sieben Jahren seit dem Unglück haben sich die rechtlichen Auseinandersetzungen um das Mietverhältnis zwischen der DLRG und Skartsanis intensiviert. Ein von der DLRG angestrengtes Verfahren über eine mögliche Mitschuld des Pächters wurde jedoch immer wieder durch das Fehlen entscheidender Beweise erschwert. So wurde unter anderem ein vorgelegtes Sachverständigengutachten verworfen, und der Metallbauer, der die Abzugshaube des Restaurants reparierte, beteuerte, nicht geschweißt zu haben.
Die Gerichtsbeschlüsse und ihre Konsequenzen
Neuesten Informationen zufolge hat das Gießener Landgericht das Mietverhältnis zwischen der DLRG und Skartsanis für beendet erklärt. Dies ist eine Wendung, die DLRG-Vorsitzender Alexander Sack mit Erleichterung zur Kenntnis nahm. Sack sieht nun die Möglichkeit, einen neuen Pächter für die Gastronomie im wiederaufgebauten Vereinsheim zu finden. Gerüchte besagen, dass Giorgios Svolos, Betreiber des Restaurants Irodion, als neuer Pächter in Frage käme. Dennoch sind viele Fragen rund um Pachtzahlungen und Kündigungsgründe ungeklärt.
Die DLRG lastet Skartsanis eine Mitverantwortung für den Brand an, da er einen Handwerker beauftragt hatte, der mutmaßlich unsachgemäße Arbeiten durchgeführt hatte. Trotz dieser Geständnisse konnte die Zivilkammer jedoch keine klaren Beweise vorlegen, um die Schuld des Pächters eindeutig zu bestätigen. Die strafrechtlichen Ermittlungen wurden jedenfalls bereits eingestellt.
Die Verbindung zu Brandschutzfragen
Der Fall wirft zudem grundlegende Fragen zum Thema Brandschutz auf. Laut dem Institut für Schadensverhütung und Schadensforschung entstehen viele Brände durch menschliches Fehlverhalten und feuergefährliche Arbeiten wie Schweißen. Im Jahr 2021 konnte bei jedem fünften Brand keine klare Ursache festgestellt werden. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen die DLRG ergreifen wird, um zukünftige Vorfälle dieser Art zu vermeiden und einen sicheren Betrieb im neuen Vereinsheim zu gewährleisten.
Die Verhandlungen zwischen der DLRG und Skartsanis werden voraussichtlich im Juli fortgesetzt, und die DLRG hat bereits mit den Vorbereitungen für den Wiederaufbau des Vereinsheims begonnen. Insgesamt sind dafür Investitionen von 3,25 Millionen Euro eingeplant, mit dem Ziel, das Gebäude bis Anfang 2021 fertigzustellen.
Die Komplexität und Dreidimensionalität dieses Rechtsstreits spiegeln nicht nur die Herausforderungen wider, die solche langwierigen Auseinandersetzungen mit sich bringen, sondern auch die Wichtigkeit von Brandschutzvorkehrungen und der Verantwortung von Betreibern in Gastronomie und Gewerbe.